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Nach Papst-Besuch Brandanschlag auf Kirche

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:11

Unmittelbar nach dem Ende des Papst-Besuches im Nahen Osten am Montag ist ein Brandanschlag auf eine Kirche auf dem Zionsberg in Jerusalem, in der Franziskus wenige Stunden zuvor eine Messe gefeiert hatte, verübt worden. Am Samstag hatten strengreligiöse Juden gegen den hohen Besuch demonstriert. Außerdem brannte es in der ebenfalls vom Kirchenoberhaupt besuchten Geburtsgrotte in Bethlehem, hier soll allerdings nur eine Öllampe aus Versehen umgefallen sein.

Unmittelbar nach dem Ende des am Montag ist ein Brandanschlag auf eine Kirche auf dem Zionsberg in Jerusalem, in der Franziskus wenige Stunden zuvor eine Messe gefeiert hatte, verübt worden. Am Samstag hatten strengreligiöse Juden gegen den hohen Besuch demonstriert. Außerdem brannte es in der ebenfalls vom Kirchenoberhaupt besuchten Geburtsgrotte in Bethlehem, hier soll allerdings nur eine Öllampe aus Versehen umgefallen sein.

Unmittelbar vor dem Brandanschlag hatte der Papst im nur wenige Meter von der Kirche der Dormitio-Abtei entfernten Abendmahlsaal auf dem Zionsberg, dem zweitheiligsten Ort der Christenheit, zum Abschluss seiner dreitägigen Reise ins Heilige Land eine Messfeier zelebriert.

Jemand sei in die Krypta der Kirche hinabgestiegen, habe sich ein von Pilgern benutztes Buch gegriffen und es in einem kleinen Saal nahe der Orgel angezündet, sagte der deutsche Pater und Sprecher der Benediktiner-Abtei Nikodemus Schnabel. Außerdem habe der Täter Holzkreuze sowie Mobiliar in Brand gesetzt. Der oder die Urheber müssten die Tat aber geplant haben, denn sie hätten offenbar über Ortskenntnisse verfügt.

"Nur durch Zufall konnte eine Brandkatastrophe verhindert werden", sagte der Sprecher der Benediktiner-Abtei in Jerusalem, Nikodemus Claudius Schnabel, der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag. Das Feuer sei am Vorabend in einem frühen Stadium in einem Lagerraum seitlich des Altars entdeckt und mit Handfeuerlöschern unter Kontrolle gebracht worden.

Proteste am Samstag

Noch am Samstag hatten strengreligiöse Juden gewalttätig gegen die christliche Präsenz in dem Gebäude mit dem Abendmahlssaal demonstriert. Die Polizei bestätigte den Brandanschlag. Auf die Abtei waren schon zuvor anti-christliche Anschläge verübt worden.

Polizeisprecher Micky Rosenfeld sagte auf Anfrage, es gebe eine Zeugenaussage, derzufolge eine "nicht jüdisch erscheinende" Person in der Nähe des Tatortes gesehen worden sei. Schnabel dementierte, dass diese Aussage von einem Mönch stamme. Mutmaßungen, bei dem Täter könne es sich um ein Mitglied des Klosters handeln, bezeichnete er als "bösartige Unterstellung".

Jesus-Beschimpfungen, zerstochene Autoreifen

Der israelischen Polizei warf Schnabel Untätigkeit angesichts zunehmender antichristlicher Schmierereien an den Wänden der Abtei vor. "Jesus Hurensohn" und "Jesus Affe" hätten Unbekannte schon mal an die Wände geschmiert. Auch seien Autoreifen zerstochen worden. "Immer öfter wird auch vor oder hinter uns auf die Straße gespuckt", klagte der Sprecher. "Muss es denn erst einen Märtyrer geben, bevor die Polizei aktiv wird?", fragte er.

Schon vor fast einem Jahr sei die Installation von Videoüberwachungskameras zugesagt worden. Diese gebe es aber bis heute nicht, klagte Schnabel.

Feuer auch in der Geburtsgrotte

Auch in der Geburtsgrotte von Bethlehem brannte es, das Feuer soll jedoch irrtümlich verursacht worden sein. Abdel-Fatah Hamajel, Gouverneur des Landkreises Bethlehem, sagte am Dienstag, kurz vor dem Morgengrauen sei eine Öllampe umgefallen. Dabei gerieten Wandbehänge in Brand. Am Sonntag hatte Papst Franziskus die Grotte unter der Geburtskirche besucht und dort zurückgezogen gebetet.

Ein Nachtwächter entdeckte die Schäden, nachdem er Brandgeruch wahrgenommen hatte. Das Feuer war zu diesem Zeitpunkt bereits erloschen; Ruß und Rauch hinterließen aber Spuren an den Wänden. Der 14-zackige Silberstern, der die Stelle in der Grotte kennzeichnet, an der die Christen den genauen Geburtsort Jesu anbeten, blieb unbeschädigt.

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