Nach Prügelorgie an Frau Verdächtiger freigelassen

Nachdem ein Mann am Samstag stundenlang seine Lebensgefährtin verprügelt haben soll, ist der Verdächtige wieder auf freiem Fuß. Beobachter sind fassungslos.
Ein Beziehungsstreit war in der Nacht auf Samstag in Wien-Meidling in Gewalt ausgeartet. Eine 40-jährige Frau wurde von ihrem Lebensgefährten verprügelt und schwer verletzt – stundenlang soll der Mann auf seine Frau eingeschlagen, sie getreten und gewürgt haben. Erst als der 40-Jährigen die Flucht gelang und sie ein Passant blutend fand, konnte die Polizei alarmiert werden.

Die Polizei stürmte inklusive Sondereinheit WEGA die Wohnung des Paares und nahm den rumänischen Verdächtigen fest. Die einschreitenden Beamten berichteten von einem "Schlachtfeld": Zahlreiche Gegenstände lagen zerstört in der gesamten Wohnung herum, an den Wänden und am Boden waren unzählige Blutspuren zu sehen. Der mutmaßliche Täter wurde wegen Freiheitsentziehung und absichtlich schwerer Körperverletzung angezeigt.

"Weiß ja gar nicht, wie dieser Täter reagiert"

Gegen ihn wurde auch ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen. Dass der Mann nach seiner vorübergehenden Festnahme wieder freigelassen wurde, macht Beobachter fassungslos. "Den Mann auf freiem Fuß anzuzeigen, da weiß man ja gar nicht, wie dieser Täter reagiert und wie das weiter eskalieren kann", sagt Rosa Logar von der Interventionsstelle gegen Gewalt in der Familie in einem "Ö1"-Interview.

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Bei der Staatsanwaltschaft sei das Ausmaß der Gewalt nicht klar gewesen, heißt es in einem "ORF"-Bericht weiter, man habe von der Polizei weder Informationen zur Schwere des Falls noch die Bilder der verwüsteten Wohnung gesehen. Was den Fall zusätzlich schwierig macht: Das Opfer, das selbst wegen Körperverletzung angezeigt wurde, weil der Mann auch Verletzungen davontrug, verweigert die Aussage.

Beide seien "Beschuldigte" und "Opfer"

In der Ersteinvernahme der Polizei stellte der 40-Jährige die Streitsituation anders als die Frau dar. Er behauptete, von seiner Lebensgefährtin im Zuge des Streits mit einer Flasche ins Gesicht geschlagen worden zu sein. Danach sei es zu gegenseitigen Handgreiflichkeiten gekommen. Bei Untersuchungen, die am Tag nach dem Vorfall im Krankenhaus durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass die Gesichtsverletzungen des Mannes von erheblicher Schwere sind.

Aufgrund dieser Umstände wurde auch die 40-Jährige wegen des Verdachts der Körperverletzung angezeigt. Im Sinne einer objektiven Berichterstattung sei es der Wiener Polizei wichtig, darauf hinzuweisen, dass in diesem Fall beide Tatbeteiligten sowohl als "Beschuldigte", als auch als "Opfer" geführt werden.



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