Nach Schnee-Katastrophe gehen Lifte in Betrieb

Schiiiiiiifooaaan! Die Aufräumarbeiten nach dem starken Schneefall in Niederösterreich sind in vollem Gange, die Skigebiete öffnen wieder.
Es war eine Mammut-Aufgabe, die aber letztlich vorbildlich gemeistert werden konnte. Erstmals in der Geschichte musste das Skigebiet am Hochkar komplett gesperrt werden, die Unmengen an Neuschnee machten einen Betrieb unmöglich, die Hochkar-Alpenstraße konnte ebenfalls tagelang nicht befahren werden – "Heute" berichtete regelmäßig.

Rund um Annaberg stand man ebenfalls im Großeinsatz, nach einem Stromausfall mussten Notstromaggregate rund 300 Haushalte fünf Tage lang versorgen, Hunderte Helfer der Freiwilligen Feuerwehr standen bei Schneedruckeinsätzen auf Dächern und schaufelten sie frei.



CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. Hochkar

Tagelang wurde geschaufelt, was das Zeug hält. 16.000 Einsatzstunden wurden geleistet. Am Freitag dann die erlösende Nachricht: Der Katastrophenstatus am Hochkar konnte aufgehoben werden, die Alpenstraße ist seit Freitag wieder zweispurig für Einsatzkräfte befahrbar, am Samstag wird sie zur Gänze freigegeben. "Sie ist dann wieder mit normaler Winterausrüstung ohne Kettenpflicht befahrbar", heißt es seitens der Landesregierung am Freitag. Weiters werden mit Samstag sechs von acht Liften wieder in Betrieb gehen. Heißt: Schifoan! Und das am ersten Tag auch noch zu einem ermäßigten Tarif.

"Wir werden alle Einsatzkräfte, die am Hochkar im Einsatz standen, im März zu einem Skitag einladen", freut sich Hochkar-Geschäftsführer Rainer Rohregger.



Einsatzbilanz

Am heutigen Freitag wird noch gearbeitet, am Abend werden die letzten Einsatzkräfte abgezogen. Insgesamt standen in den vergangenen Tagen (9. bis 17. Jänner) 3.000 Personen in den Bezirken Scheibbs (also am Hochkar und in Puchenstuben) und Lilienfeld (Mitterbach, Annaberg, Kleinzell) im Einsatz.

Davon 2.200 Feuerwehrmitglieder mit 437 Autos modernster Technik, sechs Notstromaggregaten und 7 Teleladern. 23 Katastrophenhilfszüge aus allen Bezirken wechselten sich täglich ab, die Stromgeneratoren in Annaberg liefen fünf Tage durch.

Das Bundesheer war mit 232 Mann und 50 Fahrzeugen vertreten und stellte drei Hubschrauber mit Sprengexperten (Schwerpunkte Hochkar, Holzhüttenboden und Hohenberg) bereit.

Weiters im Einsatz waren auch die Bergrettung und das Rote Kreuz mit 120 Helfern, die Polizei und die Alpinpolizei mit 62 Mann, 34 Fahrzeugen und zwei Hubschraubern, der NÖ Straßendienst mit 412 Mitarbeitern und 400 Fahrzeugen sowie die EVN mit 300 Mitarbeitern. Insgesamt wurden 300 Objekte gesichert.

"Jeder in den Katastrophenschutz der Feuerwehr investierte Euro ist bestens angelegt", bilanzierte am Freitag das Landesfeuerwehrkommando NÖ. VP-Landesvize Stephan Pernkopf dankte erneut den Einsatzkräften für die "phänomenale Zusammenarbeit".

Ötscher

Nachdem man auch am Ötscher kurzfristig das Skigebiet schließen musste, läuft der Liftbetrieb bereits seit vergangenen Samstag teilweise wieder. Die Anlagen am Großen Ötscher blieben indes weiter geschlossen. Morgen, Samstag, ist es auch hier so weit: Man geht wieder in Vollbetrieb.

Gemeindealpe Mitterbach

Ab 9. Jänner musste die Gemeindealpe Mitterbach, als erstes Skigebiet in NÖ, teilgesperrt werden. Grund: Die Lawinengefahr. Zuerst war man noch bis zur Mittelstation (1.300 Meter) in Betrieb – "Heute" berichtete– anschließend wurde komplett geschlossen.

14 Mitarbeiter der NÖVOG vom Land NÖ (die Betreiber) leisteten 580 Arbeitsstunden, um die Anlagen wieder vom Schnee freizubekommen. Mit Erfolg, am 20. Jänner (Sonntag) kann der Vollbetrieb voraussichtlich wieder aufgenommen werden, informierte jetzt VP-Landesrat Ludwig Schleritzko. "Ich bin stolz auf das großartige Team der Gemeindealpe Mitterbach. Sie haben starken Zusammenhalt in dieser herausfordernden Situation bewiesen und Tag und Nacht im Sinne unserer Gäste gearbeitet", so NÖVOG-Chefin Barbara Komarek.



Schneeberg

Auch am Schneeberg herrschte am Freitag nur mehr ab 1.500 Metern Höhe (Waldgrenze) die Lawinenwarnstufe 3, also "erheblich". Am restlichen Berg wurde sie als "mäßig" eingestuft, die Bilder von Lawinenmelder Karl Tisch zeigen ein imposantes Bild von den derzeitigen Verhältnissen auf Niederösterreichs höchstem Berg:



Rax

Auch die Rax-Seilbahn geht Samstag wieder in Betrieb. (nit)

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