Wetter

Nach Sturm-Chaos versinkt Österreich im Schnee

Der Sturm brachte am Sonntag Einsatzkräfte sogar in Lebensgefahr. Nun beruhigt sich der Wind, dafür steht Frau Holle schon wieder in den Startlöchern. 
Michael Rauhofer-Redl
30.01.2022, 19:09

In Niederösterreich wurden am Sonntag drei Feuerwehrmänner von einem umgestürzten Baum getroffen, als sie Sturmschäden beheben wollten. In weiterer Folge musste der Einsatz dann sogar kurzfristig abgebrochen werden. Schon seit Stunden fegt ein Sturm über Österreich hinweg. Dabei handelte es "nur" um Ausläufer des Sturmtiefs "Nadia", das über dem Baltikum wütet. 

Doch kaum beruhigt sich der Sturm, steht das nächste Tief vor den Toren. Wie die Unwetterzentrale berichtet, zieht schon ab Montag mit "Odette" das nächste Tief von Deutschland bis hin zur Slowakei über die Felder hinweg. Die Folge davon: Eine anhaltende, winterliche Phase in den Nordalpen. 

Bis zu ein Meter Neuschnee

Bis zur Wochenmitte liegt Österreich zwischen einem Hoch über Südwesteuropa und reger Tiefdrucktätigkeit im Nordosten des Kontinents in einer kräftigen und feucht-kalten Nordwestströmung, die weitere Störungen aus dem Nordatlantik in Richtung Alpenraum steuert. Nach Angaben der Experten der Österreichischen Unwetterzentrale ist bis Donnerstag in den Staulagen der Nordalpen reichlich Neuschnee bis in die meisten Tallagen in Sicht. Dabei führt der vor allem auf den Bergen weiterhin stürmische Wind zu einer weiteren Verschlechterung der Lawinensituation.

Die neue Woche beginnt am Montag noch meist trocken, an der Alpennordseite breitet sich am Vormittag jedoch Schneefall aus. Unterhalb von etwa 600 Meter mischt sich vorübergehend Regen dazu, zum Abend hin sinkt die Schneefallgrenze aber wieder bis in die Täler. "Zunächst im Westen, am Nachmittag dann auch im Donauraum und im Osten frischt neuerlich kräftiger, in Böen auch teils stürmischer Westwind auf", prognostiziert Manfred Spatzierer, Chefmeteorologe der Unwetterzentrale.

In der Nacht auf Dienstag schneit es von Vorarlberg bis zum Mariazellerland intensiv bis in die Täler, ehe am Dienstag selbst die Intensität vorübergehend etwas nachlässt. Im Nordosten gehen abseits der Alpen bei weiterhin kräftigem Nordwestwind lokale Schnee-, Schneeregen und Graupelschauer nieder, überwiegend trocken und freundlich bleibt es nach wie vor im Süden.

Bis Mittwochmarkante Neuschneemengen in Sicht

Dienstagabend und in der Nacht auf Mittwoch intensiviert sich der Schneefall in den Nordalpen wieder. "Mit Eintreffen einer ausgeprägten Front vom Atlantik her greift der Niederschlag zunehmend auch auf die Südseite des Hauptkamms, von Osttirol bis zur Mur-Mürz-Furche, über", erklärt Spatzierer. Am Mittwoch geht es landesweit unbeständig weiter mit gewittrigen Schnee- und Graupelschauern, wobei der Schwerpunkt nach wie vor entlang der Nordalpen liegt. Die Schneefallgrenze steigt auch inneralpin auf etwa 600 bis 800 Meter an.

Erst im Laufe des Donnerstags sorgt ein Zwischenhoch für eine generelle Wetterberuhigung. "Von Montag bis Mittwoch kommt am Arlberg und in den Tauern teils mehr als ein Meter Neuschnee zusammen, vom Bregenzerwald und dem Walgau über Nordtirol bis in die Obersteiermark sind oberhalb von rund 700 Meter und somit bis in fast alle Tallagen verbreitet 40 bis 60, in höheren Lagen auch bis zu 80 Zentimeter der weißen Pracht zu erwarten", so Spatzierer. Auch in tieferen Lagen wie dem Oberrheintal, dem Inntal und dem Tennengau, aber auch entlang der Mur und der Mürz sind Mengen zwischen 15 und 30 Zentimeter in Sicht.

Markant ansteigende Lawinengefahr

Auf den Bergen sowie nördlich und östlich der Alpen weht bis inklusive Mittwoch oft stürmischer West- bis Nordwestwind. In Gipfelhöhe sind weiterhin teils orkanartige Böen einzuplanen. "Im Laufe der Woche steigt die Lawinengefahr vor allem am Hauptkamm und in den Nordalpen durch die vom Wind verfrachteten Schneemassen markant an", warnt der Experte. Gegen Wochenmitte könnte sogar die höchste Warnstufe ausgerufen werden.

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