Thomas Tuchel muss nach dem WM-Aus Englands heftige Kritik einstecken. Einen Jobverlust droht dem deutschen Teamchef aber offenbar nicht. Medienberichten zufolge genießt der 52-Jährige weiterhin das volle Vertrauen des englischen Fußballverbands (FA).
Wie unter anderem die BBC berichtet, soll Tuchel die "Three Lions" auch bei der Heim-Europameisterschaft 2028 betreuen. Auch die "Times" geht davon aus, dass der ehemalige Bayern-Coach trotz des 1:2 im WM-Halbfinale gegen Argentinien im Amt bleibt.
Tuchel hatte den Posten Anfang 2025 übernommen und seinen Vertrag erst im Februar vorzeitig bis einschließlich der EM 2028 verlängert. Nach dem Aus gegen Argentinien geriet er allerdings wegen seiner defensiven Ausrichtung nach der 1:0-Führung in die Kritik.
FA-Geschäftsführer Mark Bullingham vermied unmittelbar nach dem Schlusspfiff zwar ein klares Bekenntnis, stärkte Tuchel aber indirekt den Rücken. "Die Spieler, Thomas und der gesamte Betreuerstab haben heute alles gegeben. Sie haben während des gesamten Turniers unglaublich hart gearbeitet", sagte Bullingham.
Auch Tuchel selbst verteidigte seine Entscheidungen. "Darüber können eine Million Trainer diskutieren, aber am Ende muss ich auf dem Platz die Entscheidung treffen", erklärte er im Gespräch mit der BBC. Er habe die Partie analysiert und sich bewusst für diesen Matchplan entschieden. "Das ist meine Verantwortung. Im Moment bereue ich nichts."
Der Deutsche wollte die Niederlage unmittelbar nach dem Spiel nicht umfassend analysieren. "Jetzt ist nicht der richtige Zeitpunkt dafür. Wir sind gerade ausgeschieden, weil wir ein entscheidendes Spiel verloren haben."
Seine taktische Umstellung auf eine Fünferkette verteidigte Tuchel ebenfalls. Ziel sei es gewesen, die Räume im Zentrum zu schließen und die Lufthoheit zu sichern. "Nach unserer Führung haben wir zu viele Flanken und Chancen zugelassen. Wir wollten der Mannschaft helfen. Am Ende trägt aber der Trainer die Verantwortung – und wenn es nicht funktioniert, heißt es schnell, die Entscheidung sei falsch gewesen."