Falkland-Konflikt

Politische Botschaft: Droht Argentinien jetzt Ärger?

Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft hat den WM-Sieg über England mit einem politischen Banner mit einer Anspielung auf den Falklandkrieg gefeiert.
Sport Heute
16.07.2026, 06:20
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Argentiniens Fußball-Nationalmannschaft hat den WM-Halbfinalsieg über England mit einem politischen Banner mit einer Anspielung auf den Falklandkrieg gefeiert. "Las Malvinas son argentinas" ("Die Malwinen sind argentinisch") - diese Botschaft stand auf einem weißen Plakat, das Lisandro Martínez und Giovani Lo Celso kurz nach dem Finaleinzug gegen die Three Lions (2:1) präsentierten.

Das Banner bezieht sich auf den Konflikt um das Gebiet im Südatlantik, das in Großbritannien als Falklandinseln und in Argentinien als Islas Malvinas bekannt ist und vor 44 Jahren zu einem 74-tägigen Krieg führte. Mehr als 900 Menschen starben dabei. Mit dem Spruch will Argentinien seine vermeintlichen Besitzansprüche auf das Britische Überseegebiet unterstreichen. Die Vizepräsidentin des südamerikanischen Landes, Victoria Villarruel, verschärfte die Spannungen im Vorfeld des Anpfiffs, indem sie die Engländer als "usurpierende Piraten" bezeichnete.

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Versöhnliche Töne schlug Argentiniens Präsident Javier Milei an. "Fußball und der Falklandkonflikt dürfen nicht vermischt werden", sagte Milei am Abend im Radiosender Radio Mitre, ohne die Geste der Spieler explizit zu erwähnen. Die Falklandinseln würden durch "kluge Diplomatie gewonnen, nicht durch billige patriotische Gesten. Wir machen diplomatisch enorme Fortschritte. Es ist uns gelungen, die UN dazu zu bewegen, England zu Gesprächen mit uns zu zwingen. Aber lassen wir uns nicht täuschen, es ist nur ein Fußballspiel."

Auch Argentiniens Trainer Lionel Scaloni hatte vor dem Spiel zwar betont, dass es sich "lediglich um ein Fußballspiel" handele. Die Erinnerung an den Falklandkrieg von 1982 ist in Argentinien bis heute tief verankert. "Wir waren uns bewusst, was dieses Spiel für dieses Land bedeutete. Wir haben versucht, unser Land und all jene, die diesen traurigen Moment unserer Geschichte miterlebt haben, zu repräsentieren, damit sie sich mit uns identifizieren konnten und wir ein positives Bild vermitteln konnten", sagte Nationalspieler Leandro Paredes.

Die US-Behörden hatten das Halbfinale als Hochrisikoereignis eingestuft. Mit über 1600 Einsatzkräften rund um das Stadion sollte möglichen Ausschreitungen oder politischen Provokationen vorgebeugt werden. Da politische Botschaften durch Spieler und Offizielle verboten sind, droht Argentinien Ärger durch den Weltverband FIFA.

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