Es war ein schrecklicher Anblick am Montagnachmittag für die Bewohner der Wohnhausanlage unweit der Langobardenstraße. Polizisten wurden gegen 14.30 Uhr von verzweifelten Anrainern alarmiert, weil eine blutüberströmte Frau im Stiegenhaus des Mehrparteienhauses lag. Ihr Oberkörper und ein Bein waren übersät von Messerstichen.
Laut einem Augenzeugen rauschten wenige Minuten später sieben Einsatzfahrzeuge der Sondereinheit WEGA an. Vor Ort gab die Frau an, in ihrem Apartment vom Ex-Freund mit einem Messer attackiert worden zu sein. Die schwer bewaffneten WEGA-Beamten stürmten sofort in ihre Wohnung, wo sie den regungslosen Ex-Partner und die Tatwaffe fanden. Auch er hatte massive Stichverletzungen am Oberkörper.
Die herbeigeeilten Einsatzkräfte der Wiener Berufsrettung begannen sofort mit der Reanimation. Nach der notfallmedizinischen Behandlung wurden beide Schwerverletzte ins Spital gebracht. Während der Verflossene kurze Zeit später verstarb, überlebte die 44-Jährige. Allerdings konnte sie am Montag noch nicht einvernommen werden.
Lokalaugenschein in der Wohnhausanlage am Tag danach:
"Heute" sprach mit einem Nachbarn, der die 44-Jährige gut kannte. Er habe sie am Montag zur Mittagszeit noch völlig entspannt über den Innenhof spazieren sehen. Des Weiteren berichtet er, dass sie einen Sohn im Volksschulalter hat, der sich glücklicherweise zur Tatzeit nicht in der Wohnung befand. Ihm seien in letzter Zeit keine Konflikte zwischen der Mutter und ihrem ehemaligen Lebensgefährten aufgefallen.
In der 2019 errichteten Wohnhausanlage sind alle schockiert über die brutale Messer-Attacke. Eine Nachbarin berichtet, dass sie wenige Minuten nach dem Verbrechen das Blutbad im Stiegenhaus sah und die Eindrücke nicht vergessen könne. Jetzt hat das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Nord, Ermittlungsbereich Leib/Leben, die Ermittlungen übernommen. Erst am Sonntag mussten WEGA-Beamte wegen einer Bombendrohung im wenige hundert Meter entfernten SMZ Ost anrücken.