Wegen sexuellem Missbrauch von Unmündigen, Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses und anderer Delikte musste ein 57-jähriger Nachhilfelehrer am Dienstag in St. Pölten auf die Anklagebank.
Der Angeklagte soll drei Burschen (11, 12, 15) im Zeitraum von 2002 bis 2008 sexuell missbraucht haben. Nur: Keiner der Buben sagte damals ein Wort. Erst Jahre später, als die mittlerweile Erwachsenen, die einander seit Jahren kennen, miteinander plauderten und einer der Männer den Nachhilfelehrer erwähnte, fiel der Groschen.
Das Trio erstattete schließlich Anzeige bei der Polizei, um andere Kinder vor weiteren, mutmaßlichen Übergriffen zu schützen.
Beim Prozess am Dienstag am Landesgericht Sankt Pölten, der großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde, bekannte sich der 57-Jährige zwar schuldig, wollte sich aber an Details nicht erinnern. „Da habe ich Erinnerungslücken“, so der Angeklagte.
Die Richterin kaufte dem Angeklagten die Vergesslichkeit nicht ab. „Sie kannten auch die Eltern der Opfer, nutzten das schamlos aus.“
Da der Fall schon so lange zurückliegt, kam der Mann mit 20 Monaten bedingter Haft sowie 7.200 Euro Geldstrafe davon. Und: Er muss 6.240 Euro an die Opfer zahlen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.