Nackte, Dämonen und hektoliterweise Blut

Die Macher des kontroversen Survival-Horror-Games "Agony" greifen bei der Konsolenversion zur Selbstzensur. Für PC soll es einen Brutalo-Patch geben.

Wer sich mit dem Teufel anlegt, hat nichts zu lachen. Das haben die Macher von "Agony" am eigenen Leib erfahren müssen: Das Survival-Horror-Game aus dem Hause Madmind Studios ist seit Jahren angekündigt, macht aber immer wieder mit Negativschlagzeilen von sich reden.

Heuer etwa mit einer überraschenden Verschiebung des Erscheinungstermins. Ursprünglich hätte das Game 2017 erscheinen sollen. Dann wurde es für den 30. März 2018 auf Konsolen und PC angekündigt. Doch die polnischen Entwickler ließen den Termin einmal mehr platzen. Die Begründung: Man brauche noch mehr Zeit für den Feinschliff.

Gewalt und Folter

Das liege vor allem daran, dass das Horrorspiel sowohl für den PC als auch PlayStation 4 und Xbox One geplant sei. Aus diesem Grund hat man sich zum Ziel gesetzt, auf jeder Plattform ein optimales Spielerlebnis anzubieten. Zudem wolle man "Agony" in möglichst vielen Sprachen auf den Markt bringen.

Unter vorgehaltener Hand war jedoch zu vernehmen, dass der Grund für die Verzögerung die für Jugendliche kaum zumutbaren Gewalt- und Folterszenen seien. Tatsächlich zeigten bisherige Ausschnitte reihenweise aufgespießte nackte Leiber, hektoliterweise Blut, sadistische Dämonen und lebende Tote, die sich gegenseitig auffressen.

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Brutalo-Patch für PC

Nun ist das kontroverse Spiel erneut ins Rampenlicht gerückt, diesmal wegen seiner selbstauferlegten Zensur. Die ungewöhnliche Aktion war nötig, um ein sogenanntes "M-Rating" (für "Mature") zu erhalten. Denn ohne die Selbstzensur wäre das Brutalo-Spiel mit einem AO-Rating nur für Erwachsene versehen worden, was eine Veröffentlichung auf PS4 und Xbox One unmöglich gemacht hätte.

Auch die PC-Version wird von den Zensurmaßnahmen betroffen sein. Allerdings haben die Macher hier ein Hintertürchen gefunden: PC-User haben die Möglichkeit, einen speziellen, optionalen Brutalo-Patch herunterzuladen, der die Zensur entfernt. Für die Konsolenfassungen ist das aus technischer wie rechtlicher Sicht nicht möglich.

Man habe Kompromisse finden müssen, um das Projekt zu retten, schrieb Entwickler Madmind auf Kickstarter. "Sonst hätten wir alles löschen müssen und das Spiel wäre nie erschienen."

Höllentrip mit Anspruch

So dürfen sich Horror-Fans weiterhin auf eines der ekligsten Games der letzten Jahre freuen. "Agony" zeige die Hölle aus der Ego-Perspektive und in ihrer pursten und teuflischsten Form. Als Spieler brauche man eine "hohe Schmerzgrenze". Man solle das Game "nur mit gefestigtem Magen zocken", schreibt "Computer Bild".

Doch es gibt auch Lob: Der Spagat zwischen Schockfaktor und Anspruch werde von den Machern gut gemeistert. Doch Dauerhorror verspricht der blutige Mix aus "Dark Souls" und "Resident Evil" auf jeden Fall. Zumal die Macher schon in ihrer Meldung über die Selbstzensur keine Zweifel aufkommen lassen: "Keine Bange, die Endversion wird härter als alles, was man bisher sehen konnte."

Das Digital-Telegramm 2018

(srt)

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