Sportmix

Nadal: "Ich habe mit einem betäubten Fuß gespielt"

Rafael Nadal gewann zum 14. Mal die French Open in Paris. Nach dem Finalsieg verriet er: "Ich habe meinen Fuß nicht gespürt."
Martin Huber
06.06.2022, 08:14
olympia live
olympia live

Rafael Nadal gewann zwei Tage nach seinem 36. Geburtstag das Finale von Paris gegen den Norweger Casper Ruud klar 6:3, 6:3, 6:0. Der Spanier feierte den 22. Grand-Slam-Titel, er gewann heuer beide Major-Turniere (Melbourne, Paris) und zog im Rennen um die meisten Grand-Slam-Siege Roger Federer und Novak Djokovic (je 20) um zwei Trophäen davon.

Das Finale wurde zur One-Man-Show. Nur im zweiten Satz wackelte "Rafa" kurz. Seine beeindruckende Bilanz in Paris bei Einzelmatches - 112:3. Die Weste in Endspielen in Roland Garros bleibt blütenweiß: 14 Siege in 14 Spielen.

Nach dem Finalsieg gab Nadal, der unter chronischen Fußbeschwerden leidet, Einblick in seinen Kraftakt.

Noch Mitte Mai hatte der Spanier nach seinem Achtelfinal-Aus beim Turnier in Rom eine Teilnahme in Paris in Frage gestellt. Zu stark waren die Schmerzen im linken Fuß. Vor dem Paris-Finale wurde ihm die Frage gestellt, ob er lieber komplett gesund sei oder seinen 14. Titel holen würde. "Ich würde lieber das Finale am Sonntag verlieren und dafür einen neuen Fuß kriegen", war die eindeutige Antwort.

Nach dem Finalsieg verriet er, dass er in Paris zwei Wochen lang vor den jeweiligen Spielen Spritzen zur Betäubung des Fußes bekam. "Ich habe mit einem betäubten Fuß gespielt, die Nerven wurden blockiert«, sagte er. Über die Anzahl der Injektionen wollte er nicht sprechen. 

Das Müller-Weiss-Syndrom in seinem Fuß ist unheilbar, lässt sich jedoch mit einer Spritze für eine gewisse Zeit betäuben. "Mein Arzt, der mich in Paris begleitet, hat mir eine Spritze in den Fussnerv gegeben. Nur deshalb konnte ich spielen", erklärte er. "Ich habe meinen Fuß nicht gespürt, kein Gefühl gehabt."

Für Wimbledon (ab 27. Juni) sei das aber keine Alternative. "Ich respektiere Wimbledon sehr, es ist immer ein wichtiges Ziel im Jahr. Aber nein, ich werde so etwas für Wimbledon nicht wieder machen. Das das hat keinen Sinn."

Sollte die geplante Behandlung in der kommenden Woche nicht das gewünschte Ergebnis geben, müsse er auch über eine "große Operation" nachdenken. "Es ist offensichtlich, dass ich so nicht weitermachen kann und auch nicht weitermachen will", sagte Nadal, der einen Rücktritt ausschloss. "Aber ich habe in meiner Karriere immer Schritt für Schritt gedacht, und so mache ich es dieses Mal auch."

Mehr zum Thema
Jetzt E-Paper lesen