Der Widerstand gegen Gianni Infantino erreicht die nächste Stufe. Nach einem Treffen in Helsinki haben die Fußballverbände von Dänemark, Finnland, Island, Norwegen, Schweden und den Färöer-Inseln dem FIFA-Präsidenten gemeinsam das Vertrauen entzogen.
Eine ungewöhnlich deutliche Ansage. Alle sechs Verbände sind Mitglieder des Weltverbandes und kritisieren nicht nur einzelne Entscheidungen, sondern grundsätzlich Infantinos Führungsstil.
"Die sechs nordischen Fußballverbände haben das Vertrauen in den FIFA-Präsidenten verloren und sind besorgt über die Führung und Entscheidungsfindung der Organisation auf höchster Ebene", heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Im Zentrum der Kritik steht unter anderem Infantinos umstrittener Investoren-Plan. Der Schweizer hatte Überlegungen vorangetrieben, private Investoren an FIFA-Veranstaltungen wie der Weltmeisterschaft zu beteiligen. Nach heftiger internationaler Kritik wurde das Vorhaben wieder fallen gelassen.
Für die sechs Verbände ist die Angelegenheit damit aber nicht erledigt. Sie unterstützen die Forderung nach einer unabhängigen Untersuchung der Vorgänge.
"Wir erwarten von der FIFA verbindliche Garantien, dass die Führung der Organisation oder ihre Wettbewerbe nie wieder für privates Eigentum geöffnet werden", stellen die Verbände klar.
Damit wächst die Front gegen den 56-Jährigen weiter. Infantino sieht sich mittlerweile mit Rücktrittsforderungen aus mehreren Teilen der Fußballwelt konfrontiert. Unter anderem gibt es Widerstand aus dem Umfeld der europäischen UEFA, der asiatischen AFC und der CONCACAF für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik. Auch die nordischen Verbände würden einen möglichen Rückzug Infantinos unterstützen.
Besonders deutlich positionierte sich Dänemark. Der dänische Verband kündigte am Freitag an, für die nächste FIFA-Wahl nach einer glaubwürdigen Alternative zum amtierenden Präsidenten suchen zu wollen.