In der Eile liegen gelassene E-Scooter, die sich am Gehsteig stapeln, falsch abgestellte Geräte, die Fußgänger blockieren: Das alles soll bald der Vergangenheit angehören. Bereits im November des Vorjahres kündigte die Stadt Wien neue Regelungen für die vielerorts als lästig empfundenen Roller an – wir berichteten. Nun steht der nächste Schritt bevor.
Aktuell werden via Ausschreibung vier neue Anbieter gesucht. Thema im nächsten Mobilitätsausschuss am 22. Februar ist außerdem die Einrichtung der Abstellflächen für die nächsten zwei Jahre. Künftig dürfen die Scooter nur mehr auf den vorgesehenen Flächen abgestellt werden. Gibt es keine in der Nähe, ist auch das platzsparende Abstellen in der Parkspur erlaubt.
Diese fixen Abstellflächen sollen nun massiv ausgebaut werden. Bis Ende April sollen es über 130 sein, bis Jahresende 200. Bis 2024 sind rund 100 weitere geplant. Die Abstellflächen werden vor allem an "Hotspots", wo viele Scooter zu erwarten sind, wie etwa Öffi-Knotenpunkten, errichtet. Die Scooter müssen von den Betreibern so eingestellt sein, dass das Beenden der Miete im Umkreis von 100 Metern nur auf einer markierten Fläche möglich ist. Diese werden durch farbige Bodenmarkierungen ausgewiesen, jeweils acht bis zehn Scooter finden dort Platz.
Rund um Spitäler, auf Marktgebieten oder anderen "Hotspots", bei denen es verstärkt zu Missständen kommt, müssen von den Betreibern Sperrzonen eingerichtet werden. In Fußgängerzonen, Wohnstraßen und Begegnungszonen kommt es zu einer automatischen Temporeduktion. Beim Einfahren wird das Tempo automatisch gedrosselt.
In Bezirken, in denen es bisher oft ein Überangebot an Leih-E-Scootern gab, wird die Anzahl durch Vergabe fixer Höchstzahlen reguliert. Für die Innere Stadt wird die Maximal-Anzahl 500 Scooter betragen. In den Bezirken 2 bis 9 sowie 20 werden in Zukunft insgesamt 1.500 Roller stehen dürfen. In Gebieten, in denen das Angebot oft nicht ausreichend ist, soll es zu Verbesserungen kommen. Auch eine bessere technische Ausrüstung der Roller mit Blinker, unabhängig voneinander wirkenden Bremsvorrichtungen, akustischen Warnzeichen und stabilen Ständern müssen von den Anbietern erfüllt werden.
Mithilfe eines "digitalen Dashboards" werden die Regelungen künftig kontrolliert. Strafen gehen an die Betreiber, die dann Konsequenzen bei ihren Nutzern setzen können. Das ordnungsgemäße Abstellen überprüft auch die Parkraumüberwachung. Die Einhaltung der Verkehrsregeln wird weiterhin durch die Polizei kontrolliert.
"Herumliegende Scooter auf Gehsteigen sind ein enormes Ärgernis und zudem gefährliche Stolperfallen. Das muss sich rasch ändern und daher bauen wir die Scooter-Parkplätze im ganzen Stadtgebiet massiv aus, besonders an großen Verkehrsknotenpunkten", zeigt sich Mobilitätsstadträtin Ulli Sima zufrieden. Die neuen Regelungen gelten voraussichtlich ab Mai.