Komiker Marco Rima gehört zu den prominentesten Kritikern der Corona-Maßnahmen. Normalerweise füllt er große Theater – nun steht er aber seit über einem Jahr unter einem virusbedingten Arbeitsverbot. Die viele freie Zeit nutzte der Komiker unter anderem für den Kampf gegen Corona-Maßnahmen. Seine kritisch-ironischen Facebook-Videos werden hunderttausendfach angeklickt und geteilt. Die Skeptikerbewegung hat ihn zur Ikone erhoben, von der anderen Seite werden er und seine Familie mit Anfeindungen und Häme eingedeckt.
Zu Weihnachten erkrankte seine ganze Familie an Covid-19, auch seine 82-jährige Mutter. Im Interview mit der "SonntagsZeitung" erzählt Rima, wie er die Infektion erlebte: Drei Tage lang verbrachte er im Spital Zug in der Schweiz auf der Corona-Station, dann durfte er wieder nach Hause. "Es ging mir danach zwei, drei Wochen schlecht, ich hatte Fieber und Übelkeit." Seine Mutter sei bereits nach einer Woche wieder fit gewesen.
Dieses Erlebnis hat seine Meinung zur Corona-Politik aber nicht beeinflusst: "Wir leben in einer freien Gesellschaft, wo wir als mündige Bürger angehalten sind, selber auf unsere Gesundheit zu achten und respektvoll und liebenswürdig miteinander umzugehen. Dafür braucht es keine Zwangsmaßnahmen."
In der Anfangsphase sei er noch voll hinter den Maßnahmen des Schweizer Bundesrates gestanden, sagt der Komiker weiter. "Als die prophezeiten Todeszahlen nicht eintrafen, wollte ich genau wissen, weshalb dem so ist." All das Verschwörungszeugs interessiere ihn nicht, sagt Rima. "Aber da waren viele Mediziner und Virologen, die zu anderen Erkenntnissen kamen als jene, die in den etablierten Medien zu Wort kamen." Ihnen habe er zugehört.
Marco Rima fasste seine Gedanken in Videos zusammen, die bis zu zwei Millionen Mal angeschaut wurden. Diese Reaktionen hätten ihn überrascht. "Ich hatte einfach meinen Gedanken Luft gemacht, mit dem Ziel, meine Follower zu motivieren", sagt er der "SonntagsZeitung" weiter. Es sei dann gesagt worden, er würde Corona "leugnen". "So ein Blödsinn, ich habe die Existenz des Virus nie infrage gestellt."
Marco Rima hat dann seinen Facebook-Account gelöscht und ist abgetaucht. Die Pause sei wichtig gewesen, vor allem für die Familie. "Meine Frau sagte irgendwann, sie könne nicht mehr. Ständig riefen Journalisten an, vor dem Haus lauerte ein Reporter auf. Wir haben uns irgendwann vorgenommen, am Esstisch nicht mehr über das Thema zu sprechen." Dass er seinen Account mit 75.000 Followern gelöscht hat, findet Rima heute schade. Im Gespräch erklärt er auch, dass er vom Bund Unterstützungsgelder für abgesagte Vorstellungen erhalten habe. Diese deckten die Ausgaben aber bei Weitem nicht: "Wir leben vom Ersparten."
Es ist nicht der erste Fall, in dem ein Corona-Kritiker selbst schwer an Corona erkrankt. Im November sorgte eine eskalierende Demo der "Querdenker" in Leipzig für Chaos. Die Teilnehmer nahmen das Coronavirus entweder nicht ernst oder leugneten es gleich komplett, trugen keine Masken und hielten auch kaum Abstand. Wie die "Leipziger Volkszeitung" damals berichtete, landete kurz darauf einer der Organisatoren auf der Intensivstation – mit Corona!