Nächstes Land stoppt Impfungen mit AstraZeneca

Slowenien hat einen Impfstopp für das AstraZeneca-Vakzin verhängt.
Slowenien hat einen Impfstopp für das AstraZeneca-Vakzin verhängt.VANO SHLAMOV / AFP / picturedesk.com
Die schlechten Nachrichten für AstraZeneca reißen nicht ab. Ein weiteres Land stoppt Impfungen – und in den USA gibt es einen weiteren Rückschlag.

Das Gezerre um das Corona-Vakzin des Herstellers AstraZeneca ist noch nicht vorüber. Nachdem Staaten in ganz Europa mit dem Impfen wieder begonnen haben, weil die Arzneimittelbehörde EMA den Stoff für sicher erklärt hatte, stoppte Deutschland die Verabreichung für Personen unter 60 Jahren wieder. Nun zieht Slowenien nach.

Die Chefin der Beratungskommission des Gesundheitsamts, Bojana Beovic, meinte, man wolle zunächst abwarten, ob die laufenden Untersuchungen einen Zusammenhang zwischen dem Vakzin und Thrombosen zutage fördern. Österreich impft weiter mit dem Mittel.

Hirnvenenthrombosen

AstraZeneca war in der Vergangenheit mit seltenen Hirnvenenthrombosen in Verbindung gebracht worden. Forscher in Greifswald im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern hatten sogar die Ursache für mögliche Hirnvenenthrombosen gefunden. Das Mittel von AstraZeneca löse bei einigen Menschen einen Abwehrmechanismus aus, berichtet NDR 1 Radio MV.

Die Forscher erhielten vom Paul-Ehrlich-Institut sechs Blutproben von Thrombosepatienten. Das Institut prüft in Deutschland die Wirksamkeit und Sicherheit biomedizinischer Arzneimittel. Die Forscher fanden heraus, dass AstraZenecas Impfstoff die Thrombozyten aktiviert, was zu Blutgerinnseln im Gehirn führen könne. Nun könne Betroffenen ein Wirkstoff verabreicht werden, der helfe.

AstraZeneca fliegt raus

Und es gibt einen weiteren Rückschlag für den Impfstoffhersteller: AstraZeneca hat eine Produktionsstätte für seinen Corona-Impfstoff, den auch Johnson & Johnson nutzt, an den Konkurrenten verloren. Der US-Pharmakonzern teilte mit, Johnson & Johnson werde nun die "volle Verantwortung" für die Produktionsstätte des Auftragsherstellers Emergent Biosolutions im Bundesstaat Maryland übernehmen. Dort wurde bislang auch der Corona-Impfstoff von AstraZeneca hergestellt, der in den USA noch nicht zugelassen ist.

Die "New York Times" und die "Washington Post" berichteten am Wochenende, dass die Regierung Johnson & Johnson in einem ungewöhnlichen Schritt in die Verantwortung gedrängt hatte, nachdem wegen eines Produktionsfehlers an dem Standort jüngst Millionen Impfdosen des Herstellers entsorgt werden mussten. Auslöser war den Berichten zufolge, dass Inhaltsstoffe der beiden Impfstoffe vermischt worden waren. Johnson & Johnson hatte am Mittwoch nur mitgeteilt, dass ein Inhaltsstoff die Qualitätskontrolle nicht bestanden habe.

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