Politik

Schock! Grüne fliegen aus dem Nationalrat

Debakel nach der dritte Hochrechnung für Ulrike Lunacek. Die Grünen verlieren massiv und scheitern an der Vier-Prozent-Hürde.

Heute Redaktion
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Spitzenkandidatin Ulrike Lunacek erleidet mit ihren Grünen einen Totalabsturz. Ihre Partei kommt laut vorläufigem Endergebnis (18.30 Uhr) auf nur noch 3,8 Prozent – die Grünen scheitern somit an der Vier-Prozent-Hürde um Haaresbreite. Die Schwankungsbreite bei dieser ersten Hochrechnung beträgt +/- 2,1 Prozent.

Hintergrund: Peter Pilz hatte sich im Sommer nach Ausscheiden von Eva Glawischnig im Mai von der Partei losgesagt und eine eigene Liste gegründet, die Liste Peter Pilz. Denn: Er unterlag bei der Listenwahl gegen Julian Schmid und gründete in der Folge im Juli 2017 die Liste Peter Pilz. Am 28. Juli 2017 wurde der Wechsel der beiden grünen Abgeordneten Wolfgang Zinggl und Bruno Rossmann zur Liste Peter Pilz bekanntgegeben.

Als Klubobmann folgte Glawischnig Albert Steinhauser nach, ihr Nationalratsmandat übernahm Barbara Neuroth. Am außerordentlichen Bundeskongress in Linz am 25. Juni 2017 wurde Ingrid Felipe zur Bundessprecherin der Grünen und Ulrike Lunacek zur Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl 2017 gewählt.

Die jüngste Geschichte der Grünen

Bei der Nationalratswahl 2006 erreichten die Grünen mit 11,05 % der Stimmen erstmals den dritten Platz vor der FPÖ. Waren die Grünen nach dem vorläufigen Endergebnis noch auf Platz vier gelegen, so erreichten sie nach der Auszählung der Wahlkarten einen Vorsprung von 532 Stimmen oder 0,01 Prozent auf die nun viertplatzierte FPÖ. Dadurch erreichten die Grünen ihr bislang bestes Ergebnis auf Bundesebenen und hatten, den Usancen entsprechend, den Anspruch auf die Ämter des 3. Nationalratspräsidenten sowie eines Volksanwaltes. Diese Posten besetzt derzeit Terezija Stoisits.

Bei der Nationalratswahl 2008 erreichten die Grünen mit 10,43 % bzw. 20 Mandaten nur den fünften Platz und lagen hinter FPÖ und BZÖ. Seit Oktober 2012 stellt die Partei wieder die viertgrößte Fraktion im Parlament, weil fünf Abgeordnete des BZÖ zum neu gegründeten Team Stronach wechselten und seitdem einen sechsten Parlamentsklub bilden.

Bei der Nationalratswahl 2013 erlangten die Grünen 12,42 % der Stimmen und 24 Mandate. Analysen der Wahl (durchgeführt vom SORA Institut) zeigen, dass die Grünen bei Personen mit hoher Bildung (Universitätsabschluss) mit 30 %, knapp vor der ÖVP, den höchsten Zuspruch aller Parteien hatten.



(red)