Nazi-Sager im Salzburger Flugrouten-Streit

Bild: dpa/Symbolbild

Verbale Entgleisung im Salzburger Anflugrouten-Streit. Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will Landeanflüge auf Salzburg, die Bayern überfliegen, nur mehr in Ausnahmefällen genehmigen. Das brachte nun den Salzburger Tourismusreferent Harald Preuner (ÖVP) auf die Barrikaden. In einem Pressegespräch am Montag verglich er die Verordnung mit der 1.000-Mark-Sperre der Nazis.

Verbale Entgleisung im Salzburger Anflugrouten-Streit: Der deutsche Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will Landeanflüge auf Salzburg, die Bayern überfliegen, nur mehr in Ausnahmefällen genehmigen. Das verglich der Salzburger Tourismusreferent Harald Preuner (ÖVP) in einem Pressegespräch am Montag mit der 1.000-Mark-Sperre der Nazis.

Die Auseinandersetzung um Anflugrouten des Salzburger Flughafens eskaliert immer mehr zum Krieg der Worte. Tourismusreferent Preuner, sagte am Montag, die Verordnung erinnere ihn an die 1.000-Mark-Sperre der Nazis, "anders kann ich das nicht interpretieren, was Ramsauer da aufführt". Diese 1933 eingeführte Wirtschaftssanktion des Nazi-Regimes, mit der jeder Deutsche bei der Ausreise nach Österreich 1.000 Reichsmark zahlen musste, sollte zum Sturz der Dollfuß-Regierung führen. Sie wurde nach drei Jahren wieder aufgehoben.

"Da gehen uns die Lichter aus"

"Die Touristiker, egal ob in der Stadt Salzburg oder im Umland, alle schütteln nur mehr den Kopf", so Preuner. Die Verordnung würde nicht nur den Flughafen und den Tourismus treffen, sondern die Wirtschaft insgesamt, "die ganze Region würde regelrecht abgeschnitten. Da gehen bei uns sprichwörtlich die Lichter aus. Das ist eine ganz ernste Situation."

Außerdem würde die Maßnahme auch Südbayern ganz massiv treffen, "36 Prozent der Passagiere sind deutsche Staatsbürger". Preuner appellierte an die Bundesregierung, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel ins Gespräch zu treten. Bereits am Wochenende hagelte es aus Salzburg Protest gegen Ramsauers Vorhaben. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sprach wörtlich von einer "Kriegserklärung", und der Salzburger Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) meinte, es sei irrwitzig, was da passiere.

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