Nehammer greift Kickl an: "Verhalten erbärmlich"

Innenminister Karl Nehammer kritisiert FPÖ-Klubchef Herbert Kickl.
Innenminister Karl Nehammer kritisiert FPÖ-Klubchef Herbert Kickl.Tobias Steinmaurer / picturedesk.com
Innenminister Karl Nehammer sieht durch die FPÖ bei den teils gewalttätigen Corona-Demonstrationen am Wochenende klar "eine rote Linie überschritten".

FPÖ-Klubobmann und Ex-Innenminister Herbert Kickl als Corona-Brandstifter? Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) kritisiert seinen Vorgänger im Gespräch mit "Puls 24"-Moderator Thomas Mohr am Montagabend extrem scharf. Kickl habe klar eine "rote Linie überschritten", sei "unangemeldet auf dem Heldenplatz erschienen" und habe dort den polizeilichen Einsatz gestört, so der Innenminister. Für Nehammer sei das "inakzeptabel, noch dazu als ehemaliger Innenminister".

Nehammer ging aber noch weiter: Bei der Rede von Kickl im Prater habe mitverfolgen können, "mit welcher Tonalität die Aggression und der Hass vermittelt worden sind". Anschließend sei es dann "zu diesen Gewaltexzessen gekommen". Man rede hier nicht über Vorwürfe, sondern über Tatsachen, so Nehammer: "Ich finde es von einem ehemaligen Innenminister erbärmlich, dass er denn dort eingesetzten Polizistinnen und Polizisten, die den schweren Dienst geleistet haben, jetzt so einen Vorwurf macht."

Orgie von "Hass und Zorn"

Nehammer bezog sich dabei auf die Aussage von Kickl, dass die Polizei schuld an der Eskalation bei der Corona-Demonstration sei, da diese die Kanalbrücken für den Demo-Zug sperrten. Nehammer fordert von FPÖ-Chef Norbert Hofer klare Worte und Konsequenzen, er müsse als FPÖ-Chef nun reagieren, so Nehammer. Nehammer bestätigte auch eine Anzeige gegen Kickl, die Polizei habe seine Daten nicht aufnehmen müssen, da er als Person bekannt sei.

"Die Zunge ist schärfer als ein Schwert. Dieses Bewusstsein muss jeder verantwortungsvolle Politiker in sich tragen", so Nehammer dazu, ob Kickl an der Eskalation Mitschuld gewesen sei und die Veranstaltung in einer Orgie von "Hass und Zorn" endete. Kickls Verhalten sei "erbärmlich", seine Vorwürfe aus der Luft gegriffen und er finde es unfassbar, dass Kickl der Polizei nun die Schuld zuschieben wolle, so Nehammer.

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