Neo-Nazi umarmt Schwarzen in Wiener Gerichtssaal

Der Angeklagte im Gerichtssaal, sein Verteidiger Leonhard Kregcjk (r.)
Der Angeklagte im Gerichtssaal, sein Verteidiger Leonhard Kregcjk (r.)"Heute"
Ein Wiener mit Hakenkreuz-Tattoo im Gesicht soll einen Schwarzen attackiert haben. Vor Gericht entschuldigte er sich beim Opfer - inklusive Umarmung.

Am 4. Oktober 2019 soll Christian D. (39) einen dunkelhäutigen Mann mit "Da schau, ein N*****", angepöbelt und gesagt haben " Es ist mir egal ist, wie lang dein Schw*** ist. Geh zurück nach Südafrika!" Danach soll er ihm einen Kopfstoß und Tritte gegeben haben, dazu "Ich bin für Hitler" und "Heil Hitler" gerufen haben. 

Festnahme am Flughafen Wien

Nach dem Angriff hatte er sich der Wiener nach Thailand abgesetzt. Dort ließ er sich Nazi-Tattoos im Gesicht stechen, wurde aus anderen Gründen inhaftiert und wieder nach Österreich abgeschoben. Die Polizei nahm ihn gleich am 22. Mai nach seinem Rückflug am Flughafen Schwechat (NÖ) fest.

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Das Opfer musste am Donnerstag am Wiener Landesgericht in den Zeugenstand. Mittlerweile habe er als "gläubiger Christ" dem 39-Jährigen den rassistischen Angriff vergeben. Nachdem er ausgesagt hatte, wollte sich der Angeklagte plötzlich erneut zu Wort melden.

Brav, wie ein Musterschüler im Klassenzimmer zeigte er auf, bevor er alle Anwesenden überraschte: "Darf ich mich beim Opfer entschuldigen?, fragte er höflich. Der Richter stimmte zu – und so kam es mitten im Gerichtssaal zum Handshake und sogar zur Umarmung zwischen dem Angeklagten und dem Opfer.

"Manches lässt einen sprachlos zurück", schloss der Richter die Verhandlung. Das nicht rechtskräftige Urteil: Dreieinhalb Jahre Haft und eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher

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