Autospur für Radler

Neos wollen Rad-Highway auf einer Ringstraßen-Spur

Verkehrsstadträtin Sima (SPÖ) will das "Qualitätsniveau" des Ringradwegs heben. Der Koalitionspartner schlägt vor, die Radler auf den Ring zu bringen.

Wien Heute
Neos wollen Rad-Highway auf einer Ringstraßen-Spur
Der Radweg am Ring soll auf die Straße verlegt, dafür eine Autospur weggenommen werden, wünschen sich die Neos.
Denise Auer

Der Ring-Radweg ist nicht nur schmal, sondern durch das direkte Nebeneinander von Radlern und Fußgängen auch gefährlich. Selbst das Queren wird bei manchen Kreuzungen oft zu einer echten Herausforderung. Das hat nun auch die Stadt erkannt und will bis Herbst 2025 einen Plan erarbeiten, um diese Probleme am meistbefahrenen Radweg Wiens mit über 1,74 Millionen Fahrten im Jahr 2023 zu lösen – "Heute" berichtete.

Neos-Plan: Schanigärten auf Nebenfahrbahnen

"Ziel ist es, den Rad- und Fußverkehr am Ring zu entflechten. Dabei sind natürlich die Nebenfahrbahnen ein Thema", so Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Die Spuren auf der Hauptfahrbahn sollen aber bleiben, dafür könnten eben die Nebenfahrbahnen weitgehend autofrei und für Radfahrer nutzbar gemacht werden, hört man aus dem Büro der Stadträtin.

Der pinke Koalitionspartner sieht das anders: Neos-Klubchefin Bettina Emmerling würde die Nebenfahrbahnen, die neben einer Fahrspur auch über ein bis zwei Parkspuren verfügen, lieber als Fläche für Schanigärten oder als vielseitig nutzbare Freifläche nutzen, wie sie im "Standard" skizziert. Die Zufahrt zu Hotels, Geschäften und Co solle aber weiterhin möglich bleiben.

Wie das aussehen könnte, zeigt die Aktion "Spielerisch durch Wien". Sie bringt den Kindern heuer 18 temporäre Spielstraßen, die über den Sommer in ganz Wien verteilt stattfinden. Zum Start der Aktion am Mittwoch wurde die Nebenfahrbahn des Wiener Schottenrings bei der Börse gesperrt.

Ein Radhighway gehört auf eine Fahrspur des Rings
Bettina Emmerling
Neos-Klubchefin

Doch wohin dann mit den Radfahrern? "Eine Autospur den Radfahrern zu geben ist drinnen bei dem jetzigen Straßenquerschnitt", ist die pinke Klubchefin sicher. "Ein Radhighway gehört auf eine Fahrspur des Rings. Zu sagen, alle Fahrspuren müssen erhalten werden, ist nicht zeitgemäß", schießt Emmerling im "Standard" gegen Sima, die das kürzlich eher ausgeschlossen hat. Es gehe ihr darum, Straßen "für die nächsten Jahrzehnte" zu gestalten, nur da und dort nachzubessern würde nicht reichen, ist Emmerling überzeugt. Durch die geplante Verkehrsberuhigung der Inneren Stadt würde auch der Autoverkehr auf der Ringstraße abnehmen. Das würde Platz für Pedalritter schaffen, so die Neos-Politikerin.

Ring soll wieder zur Prachtstraße werden

Sie verweist auf andere Umbauprojekte wie Praterstraße oder die Universitätsstraße und appelliert an die rote Verkehrsstadträtin: "Wichtig ist für mich, dass man gerade beim Ring nicht den Mut verliert und groß denkt", so Emmerling. Der Ring sei als Prachtstraße erdacht und solle das auch wieder werden. Eine Reduktion der Autospuren auf der Hauptfahrbahn in ein etwaiges nächstes Koalitionsübereinkommen aufzunehmen ist für die Neos-Klubchefin "vorstellbar, aber kein Muss", sagt sie dem "Standard".

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    Sabine Hertel

    Auf den Punkt gebracht

    • Die Wiener Neos schlagen vor, eine Autospur auf der Ringstraße in einen Rad-Highway umzuwandeln, um die Sicherheit und den Komfort für Radfahrer zu verbessern
    • Die SPÖ-Verkehrsstadträtin Sima möchte das "Qualitätsniveau" des Ringradwegs erhöhen und plant, bis 2025 einen Plan zur Lösung der Probleme des stark frequentierten Radwegs zu erstellen
    • Die Neos schlagen vor, die Nebenfahrbahnen für Radfahrer zu nutzen, während die SPÖ die Spuren auf der Hauptfahrbahn beibehalten möchte
    red
    Akt.