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"Nerven durchtrennt": Rushdie blind auf einem Auge

Der Schriftsteller Salman Rushdie wurde bei einer Attacke in New York mit einem Messer schwer verletzt – nun gibt sein Agent die Folgen bekannt.

20 Minuten
Salman Rushdie wurde im August brutal angegriffen. Nun wurden seine Verletzungen offiziell bestätigt.
Salman Rushdie wurde im August brutal angegriffen. Nun wurden seine Verletzungen offiziell bestätigt.
Joshua Goodman / AP / picturedesk.com

Salman Rushdie hat nach dem Angriff vor zwei Monaten in den USA das Augenlicht auf einem Auge verloren, eine seiner Hände kann der 75-jährige Schriftsteller nicht mehr gebrauchen. Der von Islamisten bedrohte Rushdie war im vergangenen August auf einer Bühne im Ort Chautauqua im Westen des Bundesstaats New York angegriffen und schwer verletzt worden.

Leber durchstochen, Augen-Nerven durchtrennt

Bislang war das Ausmaß von Rushdies Verletzungen unklar. Schon damals machte sich sein Agent Andrew Wylie große Sorgen. "Die Nachrichten sind nicht gut", hatte er gesagt. Der indisch-britische Buchautor werde wahrscheinlich ein Auge verlieren, die Nerven in seinem Arm seien durchtrennt, seine Leber durchstochen und beschädigt worden. Nun erklärt Wylie in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung "El País", wie schwerwiegend und lebensverändernd der Angriff für Rushdie war.

Düstere Prognose schon im August

"Seine Wunden waren tief", sagte der Agent. "Er hatte drei schwere Wunden am Hals. Eine Hand ist bewegungsunfähig und er hat etwa 15 weitere Wunden in seiner Brust und seinem Oberkörper. Es war also ein brutaler Angriff." Ob Salman Rushdie noch im Spital liegt, darüber wollte sich Wylie nicht äußern. "Das Wichtigste ist, dass er leben wird."

Angriff wegen seines Werkes "Die satanischen Verse"

Wegen seines Werks "Die satanischen Verse" (1988) war Rushdie einst mit einer Fatwa belegt worden, die zu seiner Tötung aufforderte. Einige Muslime fühlten sich durch das Werk in ihrem religiösen Empfinden verletzt. Irans Revolutionsführer Ajatollah Khomeini erließ ein islamisches Rechtsgutachten, das zur Tötung Rushdies und all derer aufrief, die an der Verbreitung des Buches beteiligt waren. Ein japanischer Übersetzer wurde später tatsächlich getötet. Rushdie musste untertauchen, erhielt Polizeischutz.

"Die Welt erlebt eine sehr unruhige Zeit"

Mit dem Buchautor habe Wylie in der Vergangenheit über die Möglichkeit eines Angriffs gesprochen, so der Agent. "Die größte Gefahr, der er so viele Jahre nach der Verhängung der Fatwa ausgesetzt war, besteht darin, dass eine zufällige Person aus dem Nichts auftaucht und ihn angreift", sagte Wylie. "Dagegen kann man sich nicht schützen, weil es völlig unerwartet und unlogisch ist."

"Nationalsozialismus am Vormarsch"

Der weltweit führende Literaturagent hat Zukunftsängste. "Die Welt erlebt eine sehr unruhige Zeit. Ich denke, der Nationalismus ist auf dem Vormarsch, eine Art fundamentalistische Rechte ist auf dem Vormarsch ... Von Italien bis ... Europa, Lateinamerika und den USA, wo ... die Hälfte des Landes zu glauben scheint, dass Joe Biden die Wahl von Donald Trump gestohlen hat. Und sie bewundern diesen Mann, der nicht nur völlig inkompetent und ein Lügner und Gauner ist, sondern einfach eine Farce. Es ist lächerlich."

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