Google hat sein WLAN-System Wifi überarbeitet und bringt nun Nest Wifi nach Österreich. "Heute" hat sich die neue Lösung angesehen und sie getestet.
Die neue Mesh-Lösung Nest Wifi besteht aus einem WLAN-Router mit zwei Ethernet-Buchsen, und einem separaten Zugangspunkt ohne zusätzliche Anschlüsse. Weitere Zugangspunkte können aber ebenso wie der Router separat gekauft werden. Vernetzen lassen sich auch gleich mehrere Router und Zugangspunkte miteinander.
Beim Design sollen die schlicht weißen und runden Boxen in jedes Regal passen. Im Inneren wurde im Vergleich zum Vorgänger Google Wifi aufgerüstet: 4x4-Antennen und Bluetooth LE sorgen für eine bessere Verbindung, auch die Reichweite wurde erhöht. Außerdem haben die Boxen nun sprechen gelernt: Mit Googles Sprachassistenten kann die Box aufgefordert werden, Musik zu spielen oder Termine zu vermerken.
Einfache Einrichtung
Das Mikrofon kann auf Wunsch auch mit einem Schalter am Gehäuse der Zugangspunkte abgeschaltet werden, ebenso kann der Leuchtring am Zugangspunkt abgeschaltet werden. Gesteuert wird nun alles was das Netzwerk betrifft über die Home-App, eine separate App ist nicht mehr notwendig. Ebenso simpel wurde die Einrichtung gestaltet. Mit dem mitgelieferten Netzwerkkabel wird der Router an das bestehende Modem gehängt und richtet sich dann automatisch ein.
Achtung: Der Router ist kein Modem, ein Modem muss zum Betrieb also bereits vorhanden sein. Hat man den ersten Schritt abgeschlossen, wird der Zugangspunkt in einem anderen Raum aufgestellt. Die Stärke des Signals beziehungsweise den idealen Standort verrät die App. Auch der Zugangspunkt richtet sich vollkommen selbstständig ein. Der Nutzer muss nur noch einen WLAN-Namen und ein Kennwort vergeben, fertig!
Einfach und praktisch
So werden auch größere Wohnungen oder Häuser mit einem WLAN-Netz versorgt, welches das vorhandene Modem nicht bewerkstelligen kann. 120 Quadratmeter kann nur der Router ausfüllen, die Zugangspunkte decken jeweils rund 90 Quadratmeter ab. Das funktioniert: Wo vorher kein oder ein extrem schlechtes Signal vorhanden war, hat man nun genug Tempo für 4K- oder bei Ausnahmefällen HD-Streams.
Die App bietet dabei weitere Vorteile: Erstens regelt es je nach Auslastung automatisch die besten Einstellungen, zweitens lassen sich Geräte und Dienste wie etwa das Film-Streaming auch zeitlich priorisieren. WLAN 6 fehlt allerdings, laut Google hätte dies für einen weit höheren Preis gesorgt und es gebe zudem noch kaum Geräte, die WLAN 6 unterstützen. Dafür ist Nest Wifi komplett kompatibel mit Google Wifi, das alte System muss also nicht getauscht werden.
Fazit
Google hat mit Nest Wifi einen Router geschaffen, den man tatsächlich nicht verstecken will. Die weißen, abgerundeten Geräte passen zu so gut wie jeder Inneneinrichtung und haben kaum etwas mit den herkömmlichen, nicht gerade schönen Routern zu tun. Die Einrichtung läuft kinderleicht ab, die Leistung ist tadellos. Sie lässt sich auch jederzeit über die App mit einem Test prüfen. Praktische Zusatzfunktionen gibt es mit Gäste-Netzwerken und Geräte-Priorisierungen.
Wer zudem andere Smart-Home-Geräte nutzt, kann die meisten direkt über das neue Nest Wifi steuern und muss keinen Hub zwischenschalten. Bisher werden etwa einige Leuchten unterstützt, das Angebot soll aber weiter wachsen. Nest Wifi ist ab sofort erhältlich. Der Nest-Wifi-Router kostet 159 Euro, der Wifi-Zugangspunkt 139 Euro und die Kombi 259 Euro.