Abnehmspritzen wie Ozempic und Wegovy sind ein weltweiter Trend. Die Medikamente von Novo Nordisk und Eli Lilly zügeln den Appetit und führen zu schnellem Gewichtsverlust. Doch mit dem Erfolg kommen auch Nebenwirkungen: Muskelschwund und eine schlaffere Gesichtshaut – das sogenannte "Ozempic-Gesicht".
Der Schweizer Lebensmittelriese Nestlé sieht darin eine Geschäftschance statt einer Bedrohung. "Es ist eine riesige Chance für unser Unternehmen", sagte Technologie-Chef Stefan Palzer.
Wie NTV unter Berufung auf Reuters berichtet, nutzt der Konzern seine KI-Plattform "Food Genie", um klinische Studien zu analysieren und Nährstoffkombinationen zu finden, die den Nebenwirkungen entgegenwirken.
Nestlé hat bereits Produkte mit Kollagenprotein für Haut und Haare auf den Markt gebracht. Dazu kommt ein Proteinshake, der dem Muskelschwund vorbeugen soll.
Außerdem wurden patentierte Wirkstoffkombinationen entwickelt, die den Hunger nach dem Absetzen der Medikamente dämpfen sollen.
Nicht alle sind von dem Ansatz überzeugt. Amanda Avery, Professorin für Diätetik an der Universität Nottingham, betont: "Es ist ziemlich traurig, dass wir uns immer wieder neuen Produkten zuwenden, die teurer sind als vollwertige, frische Lebensmittel."
Frische Nahrungsmittel wie Fleisch, Eier oder Nüsse seien ebenso proteinreich – und oft günstiger.
Trotzdem glaubt Avery an den Erfolg der Strategie: "Leider lassen wir uns stark vom Marketing beeinflussen. Nestlé wird seine Hausaufgaben gemacht haben."