Beim US-Streamingdienst Netflix geht eine Ära zu Ende: Mitgründer Reed Hastings verlässt das Unternehmen. Der Vorsitzende des Verwaltungsrats wird sich nach Ablauf seiner Amtszeit im Juni nicht mehr zur Wiederwahl stellen, gab Netflix am Donnerstag bekannt. Nach durchwachsenen Quartalszahlen stürzte die Netflix-Aktie um mehr als acht Prozent ab.
Im letzten Quartal hat der Streamingdienst einen Umsatz von 12,25 Milliarden Dollar erwirtschaftet und lag damit nur knapp über den Erwartungen der Analysten. Den Gewinn konnte Netflix deutlich auf 5,28 Milliarden Dollar steigern – allerdings nur wegen einer Sonderzahlung.
Netflix bekam eine Abfindung von 2,8 Milliarden Dollar für die Auflösung einer Vereinbarung zur Übernahme des US-Film- und Medienkonzerns Warner Bros. Discovery. In dem Übernahmekampf um Warner Bros. wurde Netflix von Paramount Skydance überboten. Der Quartalsgewinn ohne diese Abfindung blieb hinter den Erwartungen zurück.
Hastings hat Netflix 1997 gemeinsam mit Marc Randolph in Kalifornien gegründet. Das Unternehmen verlieh anfangs DVDs und verschickte sie per Post. 2007 bot Netflix in den USA erstmals einen Streaming-Dienst an. Mit eigenen Serien und Filmen feierte Netflix große Erfolge und wurde zum Marktführer unter den Streaminganbietern, deren Zahl in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Aus dem operativen Geschäft hat sich Hastings schon Anfang 2023 zurückgezogen. Er trat als Co-Chef zurück und übernahm den Vorsitz des Verwaltungsrats.