Weg frei für Paramount?

Milliarden-Poker um Warner – Netflix zieht sich zurück

Netflix steigt im Bieterkampf um Warner Bros. aus. Damit rückt eine Übernahme des Medienkonzerns durch Paramount näher.
Newsdesk Heute
27.02.2026, 14:53
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Im milliardenschweren Bieterkampf um Warner Bros. zieht sich Netflix zurück. Der Streamingriese will sein Angebot für die Filmstudios und das Streaming-Geschäft nicht mehr nachbessern – damit rückt eine Übernahme durch Paramount in greifbare Nähe.

Netflix teilte mit, man habe entschieden, das bestehende Angebot nicht zu erhöhen. Kurz zuvor hatte Warner ein nochmals verbessertes Gebot von Paramount formal als "überlegen" eingestuft. Für Netflix sei damit "der Deal finanziell nicht mehr attraktiv".

Vereinbarung mit Netflix bleibt bestehen

Trotz des höheren Angebots von Paramount hielt der Verwaltungsrat von Warner an seiner Empfehlung fest, das Übernahmeangebot von Netflix anzunehmen. Das teilte das Unternehmen nach US-Börsenschluss mit. Die Abstimmung der Aktionäre ist für den 20. März geplant, die bestehende Vereinbarung mit Netflix bleibt vorerst aufrecht. Dennoch gilt der Erfolg dieser Transaktion nach dem Rückzieher als fraglich.

Die Netflix-Co-Chefs Ted Sarandos und Greg Peters verteidigten ihre Entscheidung. Die vereinbarte Transaktion hätte Mehrwert für die Aktionäre geschaffen und einen klaren Weg zur behördlichen Genehmigung geboten. "Wir haben uns jedoch stets diszipliniert verhalten. Und zu dem Preis, der erforderlich wäre, um das jüngste Angebot von Paramount Skydance zu erreichen, ist der Deal finanziell nicht mehr attraktiv", erklärten sie.

Zugleich betonten die Manager: "Wir sind überzeugt, dass wir die ikonischen Marken von Warner Bros. gut geführt hätten und dass unser Deal die Unterhaltungsindustrie gestärkt und mehr Arbeitsplätze in der Produktion in den USA erhalten und geschaffen hätte". Doch: "Aber diese Transaktion war immer ein "Nice to have" zum richtigen Preis, kein "Must have" um jeden Preis."

Stattdessen will Netflix weiter in eigene Inhalte investieren und zudem ein Aktienrückkaufprogramm wieder aufnehmen. Die ambitionierten Übernahmepläne hatten den Aktienkurs zuletzt deutlich belastet.

108,4 Milliarden Dollar

Paramount bietet inzwischen 31 Dollar pro Aktie in bar für den gesamten Konzern Warner Bros. Discovery – zuvor waren es 30 Dollar. Insgesamt geht es um 108,4 Milliarden Dollar für das komplette Unternehmen inklusive der TV-Sender wie CNN. Netflix hatte knapp 83 Milliarden Dollar für Studios und Streaming geboten, die TV-Sender sollten dabei in ein eigenes Unternehmen ausgelagert werden.

Zusätzlich versprach Paramount, eine mögliche Zahlung von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner bei einer Auflösung des bisherigen Deals mit Netflix leisten müsste. Netflix wiederum sicherte Warner eine Vertragsstrafe von 5,8 Milliarden Dollar zu, falls die Übernahme an wettbewerbsrechtlichen Bedenken scheitern sollte. Paramount bietet für diesen Fall sogar sieben Milliarden Dollar.

Zukunft von Trump-kritischem Sender CNN

Im Zentrum des Bieterkampfs steht auch der Nachrichtensender CNN, der häufig kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet. Trump hatte im Dezember betont, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal den Besitzer wechsle.

Paramount wurde im vergangenen Jahr von der Familie des als Trump-Unterstützer bekannten Tech-Milliardärs Larry Ellison übernommen. Seitdem habe die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS teilweise einen freundlicheren Ton gegenüber der Trump-Regierung angeschlagen. Kritiker befürchten daher, dass CNN unter dem Dach von Paramount an redaktioneller Unabhängigkeit verlieren könnte.

Klar ist: Eine Übernahme würde die Konzentration am US-Medienmarkt weiter erhöhen – und benötigt die Zustimmung der zuständigen Behörden. Paramount zeigt sich zuversichtlich, nicht zuletzt wegen der engen Verbindungen der Ellison-Familie zur Regierung.

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.02.2026, 14:53
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