Als Teil des Maßnahmenpakets gegen die hohen Lebensmittelpreise wurde am Mittwoch im Nationalrat auch ein "Anti-Shrinkflation-Gesetz" beschlossen. In der Praxis bedeutet das: Hat eine Chips-Packung plötzlich weniger Inhalt, kostet aber gleich viel wie zuvor, muss das im Regal explizit ausgeschildert werden. Ein Verstoß wird richtig teuer und kostet 15.000 Euro.
Kritik daran kommt naturgemäß von der FPÖ, aber auch vonseiten der Wirtschaftskammer, die sich durch mehr Bürokratie belastet sieht. Pro Filiale seien nur wenige Produkte betroffen, der organisatorische Aufwand sei aber enorm, sagt Christof Kastner, Obmann-Stellvertreter des Lebensmittelhandels in der WKO.
Besonders problematisch sei der Umstand, dass dadurch jene Unternehmen belastet werden, die an den Produktänderungen nicht schuld sind. Kommt es bei der Kennzeichnung zu Fehlern, sei ausschließlich der Lebensmittelhandel von Sanktionen und Strafen bedroht, während der eigentliche Verursacher außen vor bleibt.
"Das ist weder sachgerecht noch fair", so Kastner. Er betont, dass die Branche seit jeher für klare Preisauszeichnung, Transparenz und nachvollziehbare Verbraucherinformation steht. Schon heute ermöglicht die Grundpreisauszeichnung einen direkten Vergleich von Produkten und Packungsgrößen. Zusätzliche Hinweisschilder, neue Prüfprozesse und weitere Kontrollmechanismen würden daher keine neue Qualität der Information, sondern vor allem mehr Belastung für die Mitarbeiter in den Filialen schaffen.
"Aus Sicht der Branche braucht es vielmehr einen klaren politischen Fokus auf die zentralen strukturellen Herausforderungen. Die Bundesregierung ist gefordert, wirksame Entlastungen durch niedrigere Kosten, einfachere Verfahren und eine nachhaltige Stärkung des Wirtschaftsstandorts zu ermöglichen. Das schafft die Grundlage für eine spürbare und dauerhafte Entlastung der Konsumentinnen und Konsumenten", so Kastner abschließend.