Netflix steht vor einem ungewöhnlichen Problem: Die Abonnenten schauen weniger. Um die sogenannte Streaming-Müdigkeit zu bekämpfen, erwägt das Unternehmen nun einen radikalen Schritt - die Einführung von Live-Kanälen.
Diese Kanäle würden bestimmte Sendungen oder Inhalte eines Genres durchgehend abspielen, ähnlich wie klassisches lineares Fernsehen. Zudem hat Netflix erwogen, Abos anderer Streamingdienste wie Peacock direkt über die eigene App zu verkaufen.
Das meldet Heise online unter Berufung auf das Wall Street Journal. Bislang handelt es sich um interne Diskussionen, konkrete Entscheidungen wurden noch nicht getroffen.
Der Streaming-Marktführer konkurriert zunehmend mit Disney, HBO Max und vor allem YouTube. Auch werbefinanzierte Gratis-Dienste wie Tubi legen bei den Zuschauerzahlen zu.
Amazon und Apple betreiben bereits seit Jahren erfolgreiche Abo-Marktplätze. Die beiden geplanten Optionen würden als Kacheln auf der Netflix-Startseite erscheinen.
Die Überlegungen zeigen, wie weit sich Netflix von seinen Wurzeln entfernt: Gründer Reed Hastings predigte jahrelang Fokus und Einfachheit - davon ist immer weniger zu sehen.