Zwar räumte der französische Film "Cuties" (Originaltitel: "Mignonnes") beim renommierten Sundance-Filmfestival 2019 den Preis für die Beste Regie ab, mit dem Einkauf des Streifens hat sich aber Streaming-Riese Netflix keinen Gefallen getan. Laut Branchen-Blatt "Variety" verklagt die Staatsanwaltschaft Texas Netflix, weil es in "Cuties" zu viele anstößige, problematische Szenen gibt.
Der Film erzählt die autobiographisch angehauchte Geschichte der elfjährigen, muslimisch erzogenen Amy, die sich in Paris einer Gruppe frühreifer Mädchen anschließt, die sich bei einem Tanzwettbewerb durchsetzen müssen. Anhand der Geschichte soll auf die Problematik von Sexualisierung von Minderjährigen und auf diesen Missstand aufmerksam gemacht werden, zeigt aber dabei auch viele grenzüberschreitende Szenen. In ihrer Klage verurteilt die Staatsanwaltschaft vor allem die Darstellung des Schambereichs eines der Mädchen.
Es ist nicht das erste Mal, dass Netflix mit "Cuties" ins Kreuzfeuer der Kritik gerät. Bereits das erste Filmplakat sorgte für Empörung, weil die minderjährigen Hauptdarstellerinnen darauf in eindeutig aufreizenden Posen zu sehen waren. Netflix reagierte augenblicklich und zog das Plakat mit einer entsprechenden Entschuldigung zurück. Welche weiteren Konsequenzen der Film für den Streaming-Giganten nach der konkreten Klage haben wird, bleibt abzuwarten. Auch eine mögliche Absetzung des Films oder ein Ausstrahlungsverbot wie in der Türkei könnten vielleicht sogar im Raum stehen.