Ukraine

"Neu ist die Art und Weise": Experte ordnet Drohung ein

Jewgeni Prigoschin, Chef der berüchtigten Wagner-Truppe, will seine Kämpfer aus Bachmut abziehen. Ein Militärstratege sagt im ORF, was er davon hält.
Rene Findenig
05.05.2023, 22:22
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Es sei nicht das erste Mal, dass der Chef der prorussischen Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, damit drohe, seine Söldner aus den Kämpfen in der Ukraine anzuziehen, so der Brigadier Philipp Eder, Militärstratege beim österreichischen Bundesheer, am späten Freitagabend in der "ZIB2" bei Moderatorin Marie-Claire Zimmermann. "Neu ist aber die Art und Weise", wie Prigoschin den russischen Generalstab beschimpfe und dass er Leichen der eigenen Kämpfer bei seinen Video-Auftritten zeige, so Eder. Das sei wohl auch für die Moral der eigenen Kämpfer nicht gut.

Präventiv "weist er die Schuld von sich", dass die Einnahme der umkämpften ukrainischen Stadt Bachmut bis 9. Mai nicht gelingen werde, so der Brigadier. Diese Frist soll von der russischen Führung vorab gesetzt worden sein. Und es dürfte stimmen, dass es wegen der Munitionsknappheit nicht klappen werde, so Eder. Es zeige aber auch, "dass die russischen Streitkräfte auf diese Art der Kriegsführung noch immer nicht vorbereitet sind". Man werde nun sehen, ob Prigoschin einerseits seine Drohung wahr mache und seine Söldner abziehe und andererseits, ob Russland diese Kräfte ersetzen könne.

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Drohnen-Angriff wirke unprofessionell

"Wo ein Schwächemoment der Russen erkennbar ist", dort werde die ukrainische Militärführung sofort zum Gegenangriff ansetzen, so Eder. Gleichzeitig herrsche viel Rätselraten bei der von Russland ausgerufenen Teil-Evakuierung von Gebieten nahe der Südfront in der Ukraine, so der Experte. Möglich sei, dass man bereits die ukrainische Gegenoffensive fürchte, aber auch, dass es bereits zu Sabotageaktien in den Regionen komme, so der Experte. Und zum Drohnenangriff auf den Kreml meinte Eder: Der Angriff wirke unprofessionell, die Ukraine hätte einen Anschlag auf Putin wohl besser vorbereitet. 

Noch am Freitagabend meldete sich schließlich der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow zu Wort – und hat angeboten, seine eigene Truppe "Achmat" in die ostukrainische Stadt Bachmut zu schicken, sollten sich Prigoschin und seine Söldner tatsächlich zurückziehen. "Ja, wenn der ältere Bruder Prigoschin und 'Wagner' gehen sollten, dann verliert der Generalstab eine erfahrene Einheit und an ihre Stelle könnten dann der kleine Bruder Kadyrow und 'Achmat' treten", schrieb Kadyrow auf Telegram. Seine Kämpfer seien bereit, voranzugehen und die Stadt zu erobern.