Neue Flugverbote? Minister: "Kann nichts ausschließen"

Schallenberg und Nehammer bei ihrer Pressekonferenz am Flughafen Wien-Schwechat
Schallenberg und Nehammer bei ihrer Pressekonferenz am Flughafen Wien-SchwechatScreenshot ORF
Landeverbot für Briten-Jets: Die Minister Nehammer und Schallenberg sprachen am Montag von einer "ernstzunehmenden" Gefahr durch die Virus-Mutation.

Wien-Schwechat, Flughafen. Gegen Mittag setzten die letzten drei Flieger aus London auf dem Rollfeld auf. "Heute" war vor Ort und sprach mit den Passagieren, die die letzte Chance genutzt hatten. Alle anderen Verbindungen wurden am Montag bereits abgebrochen, ab Mitternacht gilt dann ein bundesweites Landeverbot für alle Jets aus Großbritannien. 

Österreich reagiert damit auf den Ausbruch einer neuen Corona-Mutation jenseits des Ärmelkanals. Zwanzig andere EU-Staaten haben ihre Reisemöglichkeiten nach Großbritannien bereits gekappt, oder werden dies bald tun.

"Was wir machen, ist vorsichtig sein"

"Diese neue Mutation zeigt, wie groß die Gefahr ist, die von diesem Virus ausgeht", stellte Außenminister Alexander Schallenberg bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Innenminister Karl Nehammer mitten in der Abflughalle des Schwechater Airports klar. Die neue Variante sei definitiv "ernst zu nehmen".

 Eine freudige Nachricht hatte er aber: "Bisher gibt es keine Nachweise, dass die Mutation unsere Impfpläne durcheinander bringen wird". Wie hoch das Ansteckungsrisiko der neuen Variante tatsächlich ist, müsse in den nächsten Tagen evaluiert werden.

"Was wir machen, ist vorsichtig sein", so der Außenminister über das verhängte Flugverbot. Aber: "Ich kann Ihnen versprechen, wir werden keine Maßnahme länger als absolut notwendig aufrecht erhalten". Die Regierung wolle keinesfalls die Reisetätigkeit "komplett ersticken".

"Wir müssen zusammenarbeiten, um die Schwächsten und Risikogruppen [...] gerade vor den Festtagen zu schützen. Wir wollen doch alle nicht, dass das Virus teil der Bescherung wird", so Schallenberg abschließend.

Scharfe Kontrollen

"Bei den ankommenden Flugzeugen aus Großbritannien wird sehr streng kontrolliert", konstatierte Innenminister Karl Nehammer im Anschluss. Passagiere aus London schilderten gegenüber "Heute" allerdings, dass sie ohne Corona-Check einreisen konnten. Doch auch für sie besteht aufgrund der neuen Einreiseverordnung, die seit Samstag in Kraft ist, eine Quarantänepflicht. Alle Ankommenden aus Hochrisikogebieten müssen sich für zehn Tage isolieren, erst nach dem fünften Tag können sie sich freitesten.

Bislang hätten die Einheiten der Polizei bereits 2.100 Personen an der Einreise nach Österreich gehindert, über 300.000 Menschen seien schon in Quarantäne geschickt worden. "Wir wissen, dass all diese Maßnahmen unangenehm sind, aber die Grenzkontrollen bleiben in hohem Maß bestehen", so Nehammer weiter.

"Ich kann nichts ausschließen"

Dass das Landeverbot erst mit Dienstag und damit im Vergleich zu anderen Staaten viel später gültig wird, argumentiert der Minister damit, dass es für die Menschen eine "Planbarkeit" geben müsse. Doch das UK-Flugverbot könnte noch nicht das Ende der Geschichte sein, denn die neue Mutation breitet sich bereits auf dem Festland aus.

Es ist also durchaus möglich, dass die Flugverbindung zu weiteren Staaten gekappt wird. Auf eine entsprechende Reporternachfrage antwortete Außenminister Schallenberg: "Ich kann nichts ausschließen". Man werde Maßnahmen setzen, wenn diese notwendig sind und diese sobald als möglich auch wieder aufheben.

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