Neue Förderung soll Wohnen in Wien klimaneutral machen

Das MGG²² gilt als ökologisches Vorzeigeprojekt. Damit es bald mehr davon in Wien gibt, verdoppelt die Stadt nun die Förderung für Wärmepumpen. Das gaben Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal (1.v.r.) und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (1.v.l., hier mit Mietern des MGG²² in der Donaustadt) nun bekannt..
Das MGG²² gilt als ökologisches Vorzeigeprojekt. Damit es bald mehr davon in Wien gibt, verdoppelt die Stadt nun die Förderung für Wärmepumpen. Das gaben Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal (1.v.r.) und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (1.v.l., hier mit Mietern des MGG²² in der Donaustadt) nun bekannt..PID/David Bohmann
Um das Ziel eines klimaneutralen Wiens zu erreichen, erhöht die Stadt die Förderung für Wärmepumpen. Ab sofort steht dafür eine Million Euro bereit.

"Die Zukunft des Wohnens wird klimaneutral sein", sind sich Vizebürgermeisterin und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal und Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky (beide SPÖ) sicher. Was vielerorts noch Wunschdenken ist, ist im Wohnbauprojekt MGG²² in der Donaustadt bereits Realität. Das Projekt, das auf ein besonders innovatives und klimafreundliches Energiesystem setzt, ist eines der Vorzeigebeispiele der Internationalen Bauausstellung IBA_Wien 2022.

"Ein zentraler Baustein am Weg zur Klimaneutralität 2040 ist die Wärmewende. Künftig werden Wohnungen verstärkt durch Erdwärme und mit Hilfe von Wärmepumpen geheizt und gekühlt. Daher verdoppeln wir heuer die Förderungen für Wärmepumpen auf eine Million Euro", erklärt Czernohorszky. Neben der erhöhten Förderung für Solaranlagen sei dies ein weiterer Schritt in Richtung Ausstieg aus fossilen Energien.

Gaal betonte die Rolle Wiens als internationales Vorbild beim Thema Klimaschutz, klimaschonende Maßnahmen und Nachhaltigkeit. "Ich freue mich, dass wir mit dem geförderten Wohnbauprojekt MGG22 zu dieser Erfolgsgeschichte ein weiteres wichtiges Kapitel hinzufügen können, so die Vizestadtchefin.

Wärme und Kühlung aus erneuerbarer Energie

Das geförderte Wohnbauprojekt MGG22 am Eck Mühlgrundgasse, Fahngasse (Donaustadt) mit insgesamt 160 Wohneinheiten ist mit einem ausgeklügelten Energiekonzept ausgestattet. Die Wärme für Heizung und Warmwasser wird über Wärmepumpen mit Erdwärme-Tiefensonden gewonnen. Dazu kommt die Möglichkeit, dasselbe System im Sommer zur Kühlung der Wohnungen zu nutzen. Der für die Wärmepumpen notwendige Strom stammt aus Windkraft. Die Bauteilaktivierung des Gebäudes sorgt dafür, dass Wärme und Kälte in der Gebäudesubstanz zwischengespeichert werden bevor sie an die Wohnräume abgegeben werden.

Das Wohnbauprojekts MGG²² ist Teil der Internationalen Bauausstellung in Wien, bei der Innovationen für das soziale Wohnen der Zukunft verwirklicht werden. Im IBA-Schlusspräsentationsjahr 2022 wird ganz Wien zum "Showroom": zahlreiche zukunftsweisende Projekte - nicht nur in neuen, sondern auch älteren Stadtvierteln - können besichtigt werden. 

Förderung für Wärmepumpen und Solarwärmeanlagen

Das Programm mit dem etwas sperrigen Namen "Aktion zur Förderung von Solarwärmeanlagen und Wärmepumpen in Wien" soll einen wesentlichen Beitrag zur langfristigen Dekarbonisierung (also der Abkehr von Kohlenstoffen, Anm.) der Stadt leisten. Gefördert werden Technologien, die zwar in der Anschaffung vergleichsweise teuer sind, sich aber durch sehr niedrige laufende Betriebskosten dennoch rechnen. Denn im Gegensatz zu fossilen Brennstoffen stehen Sonne oder Umgebungswärme kostenfrei zur Verfügung. Um diese Umgebungswärme nutzbar zu machen, brauchen die Wärmepumpen lediglich Strom, der immer öfter aus erneuerbaren Energieträgern stammt. Alle Informationen zur nun erhöhten Förderung findest Du online hier.

Stadt will "raus aus Öl und Gas" und setzt auf Energieraumpläne

Bereits im Juni 2020 stellte die Stadt die neue Verordnung von Energieraumplänen vor, wir haben berichtet. Mit diesem rechtlichen Instrument kann die Stadt Gebiete festlegen, in denen im Neubau ausschließlich erneuerbare Wärmeversorgung oder Fernwärme erlaubt sind. Dieses Instrument sei in ganz Europa einzigartig. "Wien geht mit einem Maßnahmenmix gegen die Treibhausgasemissionen vor. Im Neubau sind fossile Energien in Wien mit den Energieraumplänen und einem strengen Vollzug der Bauordnung praktisch Vergangenheit. Im nächsten Schritt beschäftigen wir uns mit dem Ausbau der Fernwärme und erneuerbarer Energien für Bestandsgebäude, indem wir die Energieraumpläne auf den Bestand ausweiten wollen und an Innovationen arbeiten. Wir wissen: Je schneller wir im Wärmebereich eine ökologische Wende schaffen, desto schneller erreichen wir unser Ziel der Klimaneutralität", so Czernohorszky.

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