Nach der Messer-Attacke im Wielandpark in Wien-Favoriten, bei der drei Jugendliche verletzt wurden, sind nun weitere Details zum Ablauf bekannt geworden. Demnach soll der mutmaßliche Täter, ein zwölfjähriger Bub, ursprünglich gar nicht den später lebensgefährlich verletzten 15-Jährigen treffen haben wollen. Nach Angaben der Polizei galt das Treffen eigentlich dessen Schwester. Stattdessen erschien der Bruder gemeinsam mit zwei Freunden am vereinbarten Ort – kurz darauf eskalierte die Situation.
Die Bluttat ereignete sich am Donnerstagabend gegen 19.20 Uhr. Als Beamte des Stadtpolizeikommandos Wien und der Bereitschaftseinheit nach einem Notruf wegen eines Raufhandels eintrafen, fanden sie drei verletzte Jugendliche vor. Ein 15-Jähriger hatte lebensgefährliche Stichverletzungen im Brustbereich erlitten und musste mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen werden. Mittlerweile befindet er sich laut Polizei wieder in stabilem Zustand. Auch ein 14- und ein 16-Jähriger wurden mit Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen in ein Spital gebracht.
Du oder jemand, den du kennst, benötigt Hilfe in Bezug auf psychische, körperliche oder sexuelle Gewalt?
Hier findest du sie:
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Gewaltschutzzentren: +43 1 585 32 88
Weisser Ring: 0800 112 112
TelefonSeelsorge – Notruf 142 (täglich 0-24 Uhr)
Wie eine Polizeisprecherin gegenüber der APA erklärte, hatte der zwölfjährige Syrer ursprünglich die Schwester des später schwer verletzten Jugendlichen treffen wollen. Der Bruder des Mädchens soll davon erfahren haben und stattdessen gemeinsam mit seinen beiden Freunden zum Treffpunkt beim Wielandplatz gekommen sein.
Dort dürfte die Situation innerhalb kurzer Zeit außer Kontrolle geraten sein. Nach Angaben der Polizeisprecherin soll der Zwölfjährige laut den Einvernahmen der beiden weniger schwer verletzten Jugendlichen "wie wild um sich gestochen habe". Die Ermittler versuchen nun, den genauen Ablauf der Auseinandersetzung und deren Hintergrund vollständig zu rekonstruieren.
Der mutmaßliche Täter flüchtete unmittelbar nach der Tat. Beamte der Spezialeinheit WEGA konnten den Zwölfjährigen jedoch kurze Zeit später in der Laaer-Berg-Straße anhalten. Auf seiner Flucht soll er das mutmaßliche Tatmesser weggeworfen haben. Das Klappmesser wurde von den Einsatzkräften gefunden und sichergestellt.
Da der Verdächtige erst zwölf Jahre alt und damit unmündig ist, wurde er zunächst auf eine Polizeiinspektion gebracht und anschließend seiner Obsorgeberechtigten übergeben.
Das Landeskriminalamt Wien hat die Ermittlungen übernommen. Die Beamten klären nun, weshalb das Treffen vereinbart wurde, wie es zur Eskalation kommen konnte und welche Rolle die einzelnen Beteiligten spielten. Auch die Aussagen der verletzten Jugendlichen sowie weitere Spuren werden ausgewertet.
Nach derzeitigem Stand steht fest, dass drei Jugendliche verletzt wurden und einer von ihnen nur knapp überlebte. Die neuen Erkenntnisse der Polizei zeichnen nun erstmals ein genaueres Bild davon, wie es zu der Gewalttat im Wiener Wielandpark gekommen sein könnte.