Die Staatsanwaltschaft Korneuburg untersucht den Tod eines 50-jährigen irischen Staatsbürgers, der am 27. August 2025 in der Justizanstalt Josefstadt an den Folgen einer Medikamentenvergiftung verstorben ist. Der Mann sollte nach Großbritannien ausgeliefert werden, wo ihm mehrere Sexualdelikte zur Last gelegt wurden.
Bereits am 26. August wurde der Häftling von einer Salzburger Justizanstalt zum Flughafen Wien-Schwechat gebracht. Dort kollabierte er und kam ins Spital. In seinem Körper wurden später Beruhigungsmittel, Methadon und Antidepressiva entdeckt. Über Nacht war er nicht ansprechbar und zeigte sich beim Erwachen laut Beamten auffällig und aggressiv. Trotz Überlegungen, ihn in ein Wiener Krankenhaus zu bringen, wurde er schließlich in die JA Josefstadt verlegt. Dort sollte ein erneuter Abschiebeversuch stattfinden.
Wie orf.at berichtet, gestaltete sich die Verlegung schwierig. Der Mann wurde im Rollstuhl transportiert und widersetzte sich mehrfach. In der Justizanstalt ließ er sich mehrmals zu Boden fallen. Plötzlich verschlechterte sich sein Zustand stark, woraufhin die Justizwache einen Arzt und Sanitäter alarmierte. Trotz Reanimationsversuchen konnte nur noch der Tod festgestellt werden.
Ausschlaggebend für die Überstellung in die Justizanstalt Josefstadt war laut Behörden, dass für eine Verlegung in ein Wiener Spital mehr Personal benötigt worden wäre. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun umfassend und in alle Richtungen. Es wird geprüft, ob eine fahrlässige Tötung oder Amtsmissbrauch vorliegt.
Die Ermittlungen richten sich nicht nur gegen Beamte der JA Josefstadt, sondern auch gegen andere involvierte Personen, darunter Mitarbeiter aus anderen Justizanstalten und einer Klinik in Niederösterreich. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.