Die Empörung und auch die Wut wächst. Der sexuelle Missbrauch junger Mädchen durch sogenannte "Grooming Gangs" beschäftigt Großbritannien schon lange. Immer wieder tauchen neue Details zu den Taten auf, die das Land schockieren.
"Grooming Gangs" sind organisierte kriminelle Netzwerke, die systematisch junge Mädchen und Frauen ins Visier nehmen, um sie sexuell auszubeuten und zu missbrauchen.
Nun hat eine neue Untersuchung weitere schwerwiegende Vorwürfe sowie erschütternde Zahlen veröffentlicht. Besonders betroffen macht der Fall eines damals erst 12-jährigen Mädchens, das unter dem Namen "Chloe" bekannt wurde.
Auf dem Sozialen Medium Snapchat hatte sie wochenlang Kontakt mit einem "Buben". Später, beim ersten Treffen, stellte sich heraus, dass er weit über 20 Jahre alt sei. Er versprach Chloe teure Geschenke (Ugg-Stiefel, E-Zigaretten) und überredete sie zu sexuellen Handlungen.
Bald war sie Gefangene der Gang. Mehrere Männer sollen das Mädchen über einen langen Zeitraum vergewaltigt und schwer verletzt haben. Jetzt ist sie 14 Jahre alt und packt aus.
Der neue Bericht hat zusätzliche Erkenntnisse zu den Übergriffen in Städten wie Rotherham ans Tageslicht gebracht. Die Veröffentlichung heizt die Debatte rund um die Verantwortung der Behörden erneut an.
Der Fall der jungen Chloe steht stellvertretend für das Leid vieler Betroffener. Die Behörden werden aufgefordert, entschlossener gegen die Täter vorzugehen und die Opfer bestmöglich zu schützen.