Schöffen und Zuhörer waren Mittwoch (10.6.) am Wiener Landl geschockt. Auf der Anklagebank saß ein 47-jähriger Wiener, dem geschlechtliche Nötigung, sexueller Missbrauch und der Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorgeworfen wurden. Auch eine Freundschaft ging zu Bruch. Der Mann soll sich ausgerechnet an der Tochter einer langjährigen, guten Bekannten vergangen haben.
Der Angeklagte soll das Mädchen jahrelang missbraucht haben. Das Opfer hatte mit ihrer Schwester ab und zu bei dem Freund ihrer Mutter übernachtet. Die Vorfälle sollen sich zwischen 2022 und 2024 ereignet haben. Das Opfer war damals zwischen fünf und sieben Jahre alt – und traute sich lange Zeit nichts zu sagen.
Gemeinsam mit seiner damaligen Partnerin betreute der Wiener die beiden Töchter immer wieder an Wochenenden. Die Kinder hätten sich dort wohlgefühlt und seien gerne zu Besuch gewesen, so die Mutter vor Gericht. Vor zwei Jahren brach für die Frau eine Welt zusammen.
Im Jahr 2024 vertraute sich die 7-Jährige ihrer Mutter an, erzählte verstörende Details, die den Missbrauch den 47-Jährigen untermauerten. Lange Zeit hatte das Kind geschwiegen. "Es wurde mir verboten, der Mama etwas zu sagen", berichtete die Mutter über die Worte ihrer Tochter. Immer wieder brach die Frau in Tränen aus. "Das kann eine Siebenjährige doch nicht wissen!" Belastend für den Angeklagten waren laut "Krone"-Bericht auch Chat-Nachrichten. Als die Mutter ihn mit den Vorwürfen konfrontierte, antwortete er angeblich: "Ich weiß. Ich fühle mich eh schlecht deswegen."
Zudem lagen den Ermittlern anzügliche Fotos des Kindes vor. Vor Gericht bestritt der 47-Jährige die Vorwürfe dennoch. "Ich kann mich an diesen Tag nicht erinnern." Er leide an Epilepsie, die Bilder will er nicht aufgenommen haben. Mehr als "Gute Nacht Busserln" habe es für die Mädchen nicht gegeben.
Die 7-Jährige werde nun psychologisch betreut, reden wolle sie nicht. "Ich habe die Befürchtung, dass die Folgen erst später kommen. Wenn sie alles versteht", erklärte die Mutter. Der Richter sprach dem Mädchen 6.000 Euro Schmerzensgeld zu und verurteilte den 47-Jährigen zu zwei Jahren teilbedingter Haft. Acht Monate muss der Wiener hinter Gittern verbringen – rechtskräftig!