Was als erfüllter Familientraum begann, wurde schnell zum Albtraum: Im September 2024 kaufte eine Familie einen neuen Citroën Spacetourer für knapp 50.000 Euro – ein großes, modernes Fahrzeug mit viel Platz und Komfort. Doch bereits am ersten Tag nach der Übernahme traten massive Probleme auf, erzählt Besitzerin Magdalena.
Seitdem leuchten im Display beinahe täglich Fehlermeldungen auf. Die traurige Mängel-Liste ist lang: Spurhalteassistent nicht verfügbar, Fehler bei Feststellbremse, ESP/ASR, Reifendruckkontrollsystem, Berganfahrhilfe, blockierte Fahrassistenzsensoren. Der Citroën hat de facto ein Eigenleben entwickelt und fordert immer wieder von Magdalena und ihrem Lebensgefährten: "Fahrzeug reparieren lassen."
Doch nicht nur die Elektronik macht Probleme. Auch das Radio funktioniere laut der Niederösterreicherin nicht richtig, ein Sicherheitsgurt auf der Rückbank sei defekt, ebenso die Lenkradheizung. Besonders ärgerlich: Die Freisprecheinrichtung war über ein halbes Jahr unbrauchbar, erzählt die Besitzerin im "Heute"-Talk.
Um die Probleme beheben zu lassen, brachte Magdalena ihren Van bereits mehrmals in eine Fachwerkstatt, wo sie das Auto gekauft hatte. Wochenlang soll das Auto auf der Hebebühne verbracht haben. Eine nachhaltige Lösung der Probleme gab es laut der Niederösterreicherin nie.
Das Auto selbst wurde bei einem Citroën-Händler in Gmünd gekauft und über die Autowelt Linz bezogen. Doch genau hier beginnt das nächste Problem, wie Besitzerin Magdalena berichtet: "Niemand fühlt sich so richtig zuständig für die Reparaturarbeiten." Die Familie bleibt am Ende mit einem defekten Neuwagen zurück, der seit einem Jahr nicht zuverlässig funktioniert.
Die Enttäuschung ist groß: "Wir haben viel Geld für ein neues Auto bezahlt, das seit dem ersten Tag Probleme macht. Wir haben unzählige Stunden in Werkstätten verbracht, Mails geschrieben, telefoniert und gehofft – vergeblich." Die Familie ist verzweifelt und fragt sich, wie es sein kann, dass ein neu ausgeliefertes Fahrzeug derart viele Mängel aufweisen kann.
"Heute" sprach mit der Autowelt Linz über den Fall. Dort erklärte man gegenüber "Heute", dass das defekte Fahrzeug lediglich in einer Fachwerkstatt in Gmünd begutachtet wurde. Zudem sei der Van in einen Verkehrsunfall verwickelt gewesen.
Man habe dem Kunden "unmissverständlich mitgeteilt, das die Autowelt Linz erst dann einen Schadensprozess beim Hersteller und Importeur des Fahrzeuges (Citroën Österreich) anstoßen kann, wenn wir, die Autowelt Linz, uns selbst ein Bild der Beanstandungen machen können und eine entsprechende Überprüfung der vorgebrachten Reklamationen durchführen können."
Die Besitzer müssten den Citroën also nach Linz bringen und würden für die Dauer der Überprüfung ein kostenloses Ersatzfahrzeug bekommen. Allerdings hätte sich der Besitzer bislang geweigert, das Auto in Linz vorzuführen.
Auf "Heute"-Nachfrage erklärte die Autobesitzerin, dass die Fehler bereits nachweislich vor dem Unfall aufgetreten sind. Der Blechschaden (Seitenspiegel abgerissen) hätte damit nichts zu tun. Nachdem man jedoch wegen einer negativen Google-Bewertung von der Autowelt Linz mit Anwälten bedroht wurde, sei jegliche Vertrauensbasis zu der Werkstatt zerstört. "Wir bringen das Auto gerne in jede andere Citroën-Fachwerkstatt, nur nicht dort hin", so das bittere Fazit der Autobesitzer.
Laut Citroën Österreich konnten die bisherigen Werkstattaufenthalte des Minivans die gemeldeten Mängel weder nachvollzogen noch reproduziert werden. Eine gewünschte Kaufrückabwicklung ist nur bei nachweisbaren, schwerwiegenden und nicht behebbaren Mängeln möglich und ausschließlich über den verkaufenden Händler.
"Voraussetzung ist, dass diesem zuvor die Möglichkeit zur Mängelbehebung eingeräumt wird. Da die Beanstandungen bislang nicht nachvollzogen werden konnten, besteht derzeit keine Grundlage für eine Rückabwicklung", so ein Pressesprecher der Marke. Immerhin können Magdalena und ihr Lebensgefährte die Mängel in einer beliebigen autorisierten Citroën-Fachwerkstätte dokumentieren lassen und müssen nicht zwingend nach Linz fahren.