Neuer Fleischskandal – Knochenreste in Wurst entdeckt

Ein neuerlicher Fleischskandal schlägt vielen Wurstliebhabern auf den Magen.
Ein neuerlicher Fleischskandal schlägt vielen Wurstliebhabern auf den Magen.Getty Images/iStockphoto
Na Mahlzeit! Ein Wissenschaftler hat mit einem neuen Verfahren Wurst- und Fleischproben untersucht. Das Ergebnis fiel recht unappetitlich aus.

Diese Nachricht ist nichts für sensible Gemüter. Denn deutsche Hersteller von Geflügelwurst sollen sogenanntes "Separatorenfleisch" – also zerkleinerte Schlachtreste, wie Knochen- und Knorpelteile – in Geflügelwurst und anderen Fleischprodukten verwendet haben, ohne dies wie vorgeschrieben zu kennzeichnen.

Hierfür hätten Laboruntersuchungen "Indizien geliefert", berichteten NDR und "Spiegel". Die beschuldigten Firmen des Schlachtkonzerns Tönnies dementierten. Sie erklärten, sie lehnten den Einsatz von Separatorenfleisch aus qualitativen Gründen ab. Sie zweifelten die Untersuchungsmethode an.

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Separatorenfleisch wird erzeugt, indem Maschinen Tierkörper oder grob zerkleinerte Knochen mit Fleischresten durch Lochscheiben hindurchpressen. Knochensplitter und Knorpelteile bleiben hängen, alle weichen Teile wie etwa Muskulatur, Fett und Bindegewebe oder auch Rückenmark werden abgepresst. Dabei entsteht eine breiartige Masse, die nur Centbeträge pro Kilogramm koste.

NDR und "Spiegel" ließen 30 Geflügelwurst- und Geflügelfleischproben verschiedener Hersteller vom Bremerhavener Hochschulprofessor Stefan Wittke untersuchen. Er habe ein neues Verfahren entwickelt, um Separatorenfleisch in Wurstprodukten nachzuweisen, berichteten die Medien. Bislang sei dies kaum möglich gewesen.

Trennung von Knochensplittern und Knorpelteilen

Sprecher der in dem Bericht genannten Firmen erklärten, die neue Untersuchungsmethode der Hochschule Bremerhaven sei lediglich ein neuer wissenschaftlicher Ansatz zum möglichen Nachweis, der "keine solide Basis" sei. Regelmäßige eigene Tests auf Basis anerkannter Methoden bewiesen das Gegenteil.

Tönnies, einer der größten Schlachter Europas mit Lieferketten auch nach Österreich, war bereits zuvor schon einmal böse in die Schlagzeilen geraten. 2020 war bekannt geworden, dass sich mehr als 1.500 Mitarbeiter mit Corona infiziert hatten. Die umgebenden Landkreise mussten daher einen neuen Lockdown hinnehmen. Die Produktion in dem Werk bei Gütersloh wurde wochenlang ausgesetzt.

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