Neuer ORF-Chefredakteur ist Wunsch-Mann der FPÖ

Wäre es nach einer ORF-internen Abstimmung gegangen, gäbe es jetzt einen anderen ORF2-Chefredakteur. Entschieden hat aber General Wrabetz.

Gerade hat sich ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz von einer Stimmband-Operation erholt. Er durfte zwei Wochen lang nicht sprechen, kurz darauf verkündete er eine politisch heikle Personalentscheidung.

Vier neue Führungskräfte wurden im ORF vor kurzem ausgeschrieben, nun ist klar, wer die Jobs ergattert hat. Zumindest eine Besetzung sorgt für Gesprächsstoff.

Die neu eingesetzten Senderchefs (Channel-Manager) sind Lisa Totzauer (ORF 1) und Alexander Hofer (ORF 2). Zusätzlich wurden zwei Chefredakteure gesucht, gefunden hat man Wolfgang Geier für ORF 1 und Matthias Schrom für ORF 2. Und jetzt kommt's: Während mit Washington-Korrespondent Geier alle zufrieden scheinen, gab es gegen den Tiroler Matthias Schrom teils massive Vorbehalte.

Schrom = FPÖ-Wunschkandidat

Schrom soll nämlich der Wunschkandidat der FPÖ sein. Das heißt nicht, dass an seiner exzellenten Tätigkeit als Journalist zu zweifeln ist, intern machten sich aber Zweifel an seiner fehlenden Führungserfahrung breit.

Interne Abstimmung ging anders aus

Schroms Konkurrenten um den Posten waren der bisherige Chefredakteur für beide Sender, Fritz Dittlbacher, Wirtschaftschef Christoph Varga, Innenpolitikchef Hans Bürger und Patricia Pawlicki (Hohes Haus). Eine interne Abstimmung hatte einen klaren Sieg für Dittlbacher ergeben (48 Stimmen). Varga kam da auf 38, Schrom nur auf neun Stimmen. Bürger (6) und Pawlicki (4) hatten auch intern keine Chancen.

Letzte Aufregung im Herbst

Politische Besetzungen im ORF kennt man bereits. Die letzte große Aufregung gab es im Herbst 2010. Damals sprach sich Info-Chef Elmar Oberhauser gegen die Kür von Dittlbacher zum Chefredakteur aus. Er schrieb in einer internen Mail, dass dieser der Wunsch der SPÖ und Werner Faymann sei. Oberhauser wurde daraufhin vom Stiftungsrat (mit den Stimmen von Rot und Grün) abgewählt. (red)

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