Neues Corona-Desaster trotz Lockdown – 10.367 neue Fälle

Schwerkranke Corona-Patienten werden auf der Intensivstation eines Spitals behandelt. Die Lage eskaliert.
Schwerkranke Corona-Patienten werden auf der Intensivstation eines Spitals behandelt. Die Lage eskaliert.Peter Kneffel / dpa / picturedesk.com
Die Coronazahlen explodieren trotz Lockdown weiter. Am Mittwoch melden die Behörden wieder fünfstellige Infektionen: 10.367 neue Fälle, 61 Tote.

Es hat vorsichtig gut ausgesehen: Am Montag und Dienstag gingen die täglich neuen Coronazahlen erstmals auch unter der Woche wieder in den vierstelligen Bereich zurück – auf 8.526 und 8.186 Neuinfektionen. Am Mittwoch schießen die täglichen Fallzahlen allerdings wieder in den fünfstelligen Bereich: Die Ministerien melden 10.367 Corona-Neuinfektionen in den jüngsten 24 Stunden, dazu kommen 61 Todesfälle von Corona-Infizierten an nur einem Tag.

Neuinfektionen in den Bunsesländern

Oberösterreich: 2.194
Steiermark: 1.678
Wien: 1.475
Niederösterreich: 1.412
Tirol: 971
Kärnten: 848
Salzburg: 811
Vorarlberg: 797
Burgenland: 181

Zum Vergleich: Am Mittwoch der Vorwoche, dem 24. November 2021, gab es noch 15.365 Neuinfektionen österreichweit sowie 66 Todesfälle. Innerhalb des einwöchigen Zeitraums stiegen die Spitalszahlen dramatisch an: Auf den Normalstationen wurden aus ursprünglich 2.634 Corona-Patienten bis zum heutigen Mittwoch 2.727 Patienten, auf den Intensivstationen steigt die Zahl innerhalb von sieben Tagen von 578 auf 649 an. In den jüngsten 24 Stunden konnten zwar 89 Corona-Patienten die Normalstationen verlassen, auf den Intensivstationen kamen jedoch sieben neue Patienten dazu.

Bisher gab es in Österreich 1.170.362 positive Testergebnisse. Mit heutigem Stand (1. Dezember, 9:30 Uhr) sind österreichweit 12.553 Personen an den Folgen des Corona-Virus verstorben und 1.022.661 wieder genesen

Minister bestätigt Triagen in Österreichs Spitälern

Brisant ist die Prognose von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein: Die Kapazitätslage werde sich weiter zuspitzen in den nächsten ein, zwei Wochen, insbesondere in Hinblick auf personelle Ressourcen. Der Hammer: Triagen finden in Österreichs Spitälern bereits nicht nur bei leichten Operationen, sondern auch bei Operationen für Krebspatienten statt. "In manchen Fällen müsse zudem darüber entschieden werden, welcher Fall mehr Überlebenschancen habe", heißt es.

Im Fall der neuen Omikron-Variante gab es ein Update von Mückstein: Es blieb bisher bei einem nachgewiesenen Fall in Österreich, weitere Verdachtsfälle würden aktuell untersucht. Unklar sei weiter noch, ob Omikron schwere Krankheitsverläufe verursache oder die Impfung wirke. Erste Experten würden sich aber dahingehend äußern, dass eine Booster-Impfung "sehr wahrscheinlich" Schutz gegen die neue Variante bieten werde, so der Gesundheitsminister.

Auch in der FPÖ regt sich Impfpflicht-Zustimmung

Die dramatische Lage dürfte nun auch den einen oder anderen Politiker bei den Freiheitlichen umdenken lassen. FPÖ-Urgestein Andreas Mölzer stellt sich als einer der Ersten quer und richtet damit auch indirekte Kritik an die Parteispitze. "Wenn es uns weiterbringt, von mir aus", sagte Mölzer im ORF-"Report" zu der geplanten Impfpflicht in Österreich. Unter anderem Parteichef Herbert Kickl richtete Mölzer aus: "Es hat keinen Sinn, einen Widerstand gegen das, was halt das Gros der Wissenschaft empfiehlt. Das ergibt von mir aus keinen Sinn."

Ganz anders der erst kürzlich von Corona genesene FPÖ-Parteichef Herbert Kickl. Der eröffnete seinen ersten öffentlichen Auftritt nach der überstandenen Covid-Erkrankung am Dienstag mit einem Rundumschlag gegen Türkis-Grün ("dümmste, verlogenste und sadistischste Regierung Europas") und den "Impfzwang". Gegen Letztere ruft er weiter die Menschen auf die Straße. Ob ihn Mölzers Worte umdenken lassen? Die Bundesregierung jedenfalls streckt für Beratungen ihre Hand aus.

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