Ex-Ministerin als Richterin!

Mann (37) schießt Bruder ins Auge – mit Gasdruckpistole

Schlimmer Vorfall: Der Bruder ist seitdem auf dem einen Auge fast blind. Jetzt kam es zum Prozess.
Österreich Heute
04.09.2025, 21:30
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Ein 37-jähriger Mann aus dem Bezirk Klagenfurt-Land musste sich am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt verantworten. Der Grund: Er hatte mit einer Gasdruckpistole seinen eigenen Bruder am Auge verletzt. Das Urteil: Neun Monate Haft, davon drei unbedingt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte sofort Berufung eingelegt hat.

Wie kleinezeitung.at berichtet, hatte der Mann im November letzten Jahres zwischen zwei Häusern Schussübungen gemacht. Er wollte seine CO2-Pistole nach dem Reinigen einstellen und benutzte dafür Stahlkugeln. "Die Plastikkugeln fliegen im Wind immer davon", erklärte er vor Gericht. Mit den Stahlkugeln könne man die Schussbahn besser prüfen. Der 37-Jährige betonte, dass er regelmäßig auf Airsoft-Feldern schieße, wo man mit Plastikkugeln und viel Schutzausrüstung unterwegs ist.

An jenem Tag kam sein zwölf Jahre jüngerer Bruder aus einem Nebengebäude und ging genau durch die Schussbahn. Laut Aussage des Angeklagten habe er den Bruder gesehen und noch versucht, die Waffe zur Seite zu reißen. Das sei aber nicht mehr gelungen. Gegenüber der Polizei sagte er allerdings, er habe den Bruder gesehen und trotzdem weitergeschossen, weil er dachte, dieser würde nicht in die Schussbahn gehen.

Die Stahlkugel traf den Bruder am linken Auge, die Kugel hatte einen Durchmesser von sechs Millimetern. Seither sieht das Opfer auf dem getroffenen Auge praktisch nichts mehr – nur noch vier Prozent Sehvermögen, gerade einmal schemenhafte Umrisse und hell-dunkel kann er unterscheiden. Der Bruder trat als Privatbeteiligter auf und forderte 5.000 Euro Teilschmerzensgeld.

"Alle haben gewusst, dass ich da schieße", sagt der Angeklagte vor Gericht. Das Opfer widersprach: Er habe weder gewusst, dass geschossen wird, noch habe er den Schützen gesehen.

Richterin Claudia Bandion-Ortner verurteilte den 37-Jährigen zu neun Monaten Haft, davon drei unbedingt, und sprach dem Opfer 5.000 Euro Schmerzensgeld zu. Der Angeklagte fühlte sich vom System ungerecht behandelt und meinte: Das Gericht sei "so reingefallen auf den Bruder". Die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.

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