SPÖ-City: Ngosso als Bezirks-Vize abgewählt

Mireille Ngosso war Wiens erste afroösterreichische Vize-Bezirksvorsteherin. Am Montag wurde die Rote von der eigenen Partei abgewählt.
"Ich freue mich auf eine spannende Konferenz", zeigte sich Ngosso Montagabend auf Instagram noch zuversichtlich. "Ich bin schon sehr gespannt auf das Ergebnis", ließ die SPÖ-Politikerin ihre Follower wissen.

Kurz vor 23 Uhr dann das überraschende Ergebnis: Ngosso wird nicht als Spitzenkandidatin für den Bezirk bei der Wien-Wahl im Herbst ins Rennen gehen. Die im Kongo geborene Wienerin schaffte es nur auf 46 Prozent.

Unzufriedenheit im Bezirk

"Für mich ist das unfassbar schade", schreibt Ngosso Dienstagmorgen nach ihrer Abwahl. In einem längeren Facebook-Posting erinnert die Ärztin, was sie als Vize in den vergangenen Jahren für den Bezirk erreicht hat.

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"Ich lasse den Kopf nicht hängen. Ich will mich weiterhin politisch engagieren, denn der Kampf für Gerechtigkeit, Gleichheit, Fairness und Solidarität steckt in meinen Adern", zeigt sich Ngosso kämpferisch. Bis zum Ende der Legislaturperiode will die Politikerin jedenfalls für den Bezirk weiterarbeiten.

"Ngosso war richtige Kandidatin"

"Das Ergebnis ist zur Kenntnis zu nehmen. Es tut mir aber leid für Mireille. Ich bin auch einen Tag danach noch der Meinung, dass sie die richtige Kandidatin ist", kommentiert Bezirksvorsitzender Georg Niedermühlbichler die Wahl.

In den nächsten Tagen will der Bezirk analysieren, warum Ngosso so oft vom Stichzettel gestrichen wurde. Bereits im Vorfeld wurde gemunkelt, ob es die Politiker schafft, eine Mehrheit hinter sich zu bringen. Von persönlichen Kränkungen war die Rede. Aber auch, dass die Ärztin zu wenig im Bezirk aktiv sei.

"Ihre Hautfarbe hat jedenfalls keine Rolle gespielt", ist sich Niedermühlbichler sicher. "Auf unserer Liste stehen viele Kandidaten mit einem Migrationshintergrund", so der Vorsitzende der SPÖ-Inneren Stadt.

Suche nach neuer Herausforderin

Wer nun bei den Bezirksvertretungswahlen gegen Bezirksvorsteher Markus Figl (ÖVP) antreten soll, müssen die Gremien der SPÖ Innere Stadt beschließen. In den nächsten Tagen soll ein neuer Termin gefunden und eine neue Kandidatin nominiert werden.



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