Auch mehr als drei Jahre nach seinem Abschied vom Profi-Tennis sorgt Roger Federer noch immer für Gänsehaut bei seinen Anhängern. Zuletzt jubelten ihm die Fans bei den Australian Open zu, als er dort zu Gast war.
Der Schweizer wurde zwischen 2003 und 2021 gleich 19 Mal hintereinander zum "Lieblingsspieler der Fans" bei den ATP Awards gewählt. Doch nicht alle sind ihm so zugetan, wie man meinen könnte. Das wird in einem aktuellen Buch über Rafael Nadal deutlich.
Im Buch des Journalisten Christopher Clarey spart Gilles Jourdan, Bauleiter und Chef des Modernisierungsprojekts von Roland Garros, nicht mit Kritik an Federer. Besonders sein Verhalten abseits des Tenniscourts stößt Jourdan sauer auf.
Laut Jourdan war Federer bei der Führung von Roland Garros "nicht so hoch geschätzt" wie Nadal, der das Turnier 14 Mal gewinnen konnte. Was stört ihn so? "Nadal war sympathischer als Federer", so der französische Funktionär. "Unser Gefühl war, dass Federer nur mit sich selbst beschäftigt war. Er gab nichts. Er opferte seine Zeit nicht. Er war höflich, aber mehr nicht."
Über den Schweizer, der 2009 seinen einzigen French-Open-Titel holte, meint Jourdan weiter: "Er dachte sehr viel an Geld, sehr viel. Es gab keine Interaktion. Er war nicht böse oder unhöflich. Aber wir sagten immer, dass er letztendlich nicht der ideale Schwiegersohn war. Nadal war authentisch."
Auch wenn Gilles Jourdan mit Federer offenbar nicht warm wurde, sieht das Autor Christopher Clarey anders. Er stellt klar, dass es sich um eine "Meinung" handle, die er nicht zwingend teilt. Das dürfte auch viele Fans beruhigen – immerhin hat Federer 103 Titel auf der ATP-Tour geholt und ist weltweit beliebt.