Bei der WM

Nicht nur Ägypten: Weitere Proteste nach Rot-Skandal

Schon in einem der ersten Spiele nach dem "Fall Balogun" bekommt die WM die Auswirkungen des Skandals zu spüren.
Sport Heute
08.07.2026, 17:35
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Das hat der Fußball nun davon. Kein Pfiff, kein VAR-Eingriff, keine Karte, keine Entscheidung ohne Verdächtigungen und Zweifel. Schon in einem der ersten Spiele nach dem "Fall Balogun" hat die WM-Endrunde die Auswirkungen des Skandals zu spüren bekommen. Die schlimmsten Befürchtungen sind umgehend wahr geworden.

"Betrug" und "Manipulation" witterte Ägyptens Trainer nach der unglücklichen Niederlage gegen Argentinien im Achtelfinale (2:3). Superstar Lionel Messi, so stellte es Hossam Hassan in den Raum, sollte vom Weltverband FIFA wohl unbedingt im Turnier gehalten werden. Der ägyptische Verband reichte in der Folge Beschwerde ein und forderte eine Untersuchung. Verbandsboss Hany Abo Rida warf dem französischen Unparteiischen Francois Letexier in einem Schreiben "schwerwiegende Fehler" vor und forderte den Ausschluss des gesamten Schiedsrichtergespanns von der WM.

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Auch England und Frankreich protestierten

Überraschend kommt das nicht. Die FIFA hat all dem mit ihrem dubiosen Vorgehen rund um die ausgesetzte Sperre gegen US-Stürmer Folarin Balogun Vorschub geleistet. Experte Mats Hummels hatte diese Entwicklung befürchtet. "Du öffnest Tür und Tor für alle möglichen Entscheidungen und alle möglichen Proteste auf der ganzen Welt", sagte der Weltmeister von 2014.

Balogun durfte trotz seiner Roten Karte im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina (2:0) im Achtelfinale gegen Belgien (1:4) spielen. Vor der Aussetzung der Sperre durch die Disziplinarkommission hatte US-Präsident Donald Trump bei FIFA-Boss Gianni Infantino angerufen und um eine Überprüfung des Falles gebeten. Infantino beteuerte allerdings, dass weder er noch Trump Einfluss auf die Entscheidung der Disziplinarkommission genommen hätten. Das Gremium selbst beteuerte seine Unabhängigkeit.

Der FIFA droht bereits eine Protestwelle. Nach Informationen englischer Medien plant etwa der englische Verband FA, seine Optionen für einen Einspruch gegen die Rote Karte für Jarell Quansah aus dem Achtelfinale gegen Mexiko (3:2) zu prüfen. Der französische Verband FFF hat unterdessen bereits eine Annullierung der Gelben Karte gegen Michael Olise beantragt. Der Bayern-Legionär war im Achtelfinale gegen Paraguay (1:0) nach einer Auseinandersetzung mit Matias Galarza verwarnt worden.

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