Der Prozess gegen Marius Borg Høiby hat in Oslo mit klaren Worten begonnen. Der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit bekannte sich am ersten Verhandlungstag in allen zentralen Punkten nicht schuldig. Es geht um schwere Vergewaltigungs- und Gewaltvorwürfe, die bis ins Jahr 2018 zurückreichen.
Laut Anklage soll Høiby in der Nacht auf den 8. Oktober 2023 auf den Lofoten eine Frau während des Geschlechtsverkehrs vergewaltigt haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das mutmaßliche Opfer geschlafen oder stark alkoholisiert war und sich deshalb nicht wehren konnte. Auf die direkte Frage des Staatsanwalts, ob er sich schuldig bekenne, antwortete Høiby vor Gericht mit einem klaren Nein.
Auch im Fall seiner früheren Freundin Nora Haukland weist der 29-Jährige alle Anschuldigungen zurück. Die beiden waren von 2022 bis 2023 ein Paar. Laut Anklageschrift soll es in dieser Zeit zu Drohungen, Zwang, Gewalt und weiteren Übergriffen gekommen sein. Høiby bekannte sich auch in diesen Punkten nicht schuldig.
Besonders brisant ist ein weiterer Vorwurf aus dem Umfeld des Königshauses. Dabei geht es um eine Party auf dem königlichen Anwesen Gut Skaugum im Dezember 2018. Dort soll es laut Anklage zu einer Vergewaltigung ohne Geschlechtsverkehr gekommen sein. Die betroffene Frau sei laut Staatsanwaltschaft zu müde oder betrunken gewesen, um sich zu widersetzen. Auch hier antwortete Høiby auf die Frage des Richters nach einem Schuldbekenntnis mit Nein.
Der Prozess gegen den Sohn der Kronprinzessin zählt zu den brisantesten Verfahren in der Geschichte der norwegischen Monarchie. Wie das Gericht die Vorwürfe bewertet, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Das Urteil wird erst nach Abschluss der Verhandlungen erwartet.