Niederösterreich will zum Vorzeigeland bei der aktiven Mobilität, speziell beim Radfahren werden. Dazu soll der Anteil der zu Fuß und auf dem Fahrrad zurückgelegten Wege in den nächsten Jahren verdoppelt werden. Denn Radverkehr bedeute mehr Gesundheit und Klimafreundlichkeit, sind sich Landeshauptfrau Johanna Mikl, Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko und Susanna Hauptmann, Geschäftsführerin der „Radland NÖ“ Gesellschaft, einig. Sie stellten am heutigen Dienstag bei einer Pressekonferenz die Schwerpunkte der aktiven Mobilität für die kommenden Jahre vor.
„Unsere Landsleute schaffen es bereits heute, über 22 Prozent aller Wege mit ihrer eigenen Muskelkraft zurückzulegen. Diesen Wert wollen wir auf 44 Prozent steigern“, sagte die Landeshauptfrau. Jeden Tag gehen und radeln Niederösterreichs Landsleute 2,4 Millionen Kilometer. „Auch wenn das viel klingen mag. Der Wert steht rund 50 Millionen Kilometer gegenüber, die täglich in Autos zurückgelegt werden. Dieses Verhältnis wollen wir ändern“, unterstrich Mikl-Leitner. Was Städte wie Amsterdam und Kopenhagen im urbanen Raum vormachen, nehme man sich als Flächenbundesland vor. „Wir wollen beim Alltagsradeln zu den Top-Regionen in Europa aufsteigen“, ergänzte sie.
„Mehr Radverkehr bedeutet eine bessere Gesundheit und mehr Klimafreundlichkeit. Das heißt, wir können mit unseren Maßnahmen im Bereich Mobilität zwei der wichtigsten Anliegen unserer Landsleute ansprechen“, so Landeshauptfrau Mikl-Leitner weiter. Man wolle daher einen breiten Mix an Aktivitäten und Maßnahmen umsetzen.
So werden große Teile (60 bis 80 Prozent) der Kosten für von den Gemeinden neu errichtete Radwege übernommen, zentrale Anlaufstellen sollen errichtet werden und Gemeindeverantwortliche sensibilisiert. Besonders im Fokus sind die größeren Städte. Für 2021 wurde zudem erstmals ein Radfahrbudget beschlossen. Mikl-Leitner dazu: „Wir werden mit diesem Weg in den kommenden zehn Jahren Investitionen für die aktive Mobilität in Niederösterreich in Höhe von rund 100 Millionen Euro auslösen können.“
Mobilitätslandesrat Ludwig Schleritzko meinte: "Niederösterreich geht einen neuen Weg in Sachen Mobilität. Bei uns zählen zukünftig nicht nur Pferdestärken von Motoren in Autos, Bussen oder Zügen. Sondern auch die persönliche Muskelkraft, bei uns brennen künftig die Wadeln. In den vergangenen Monaten sei schon einiges dazu präsentiert worden, um die angepeilten Ziele zu erreichen." Städte, die sich besonders für die mehr Radverkehr einsetzen sollen zum auch ausgezeichnet werden.
Susanna Hauptmann, die Radbeauftragte und neue Geschäftsführerin der Radland NÖ-Gesellschaft, sagte, die Hälfte aller zurückgelegten Wege sei kürzer als fünf Kilometer. Es gebe also großes Radfahr-Potenzial, es sei aber nicht einfach, Gewohnheiten zu ändern: „Radland NÖ wird als Agentur für aktive Mobilität in Zukunft zentrale Aufgaben in der Mobilitätspolitik übernehmen. Wir wollen in erster Linie Gemeinden unterstützen und dann mit Partnern aus der Gesellschaft die Aufmerksamkeit für Themen rund ums Radfahren und zu Fuß gehen steigern und so unsere Landsleute motivieren, vermehrt das Rad zu nutzen und zu Fuß zu gehen.“