Proll platzt Kragen: Weihnachtsregeln sind "verrückt"

Nina Proll bezeichnet die Weihnachtsregeln der Regierung als "verrückt": "Manche Dinge sind privat."
Nina Proll bezeichnet die Weihnachtsregeln der Regierung als "verrückt": "Manche Dinge sind privat."
YouTube/screenshot
Im YouTube-Talk redet die Künstlerin Klartext: Sowohl für die Zukunft der Szene als auch für die heimische Bevölkerung sieht sie ziemlich schwarz.

Kurz vor dem dritten harten Lockdown nützt Schauspielerin Nina Proll (46) die Chance, sich ihrem Ärger über die momentane Situation im Land noch einmal Luft zu machen. Dafür nimmt sie in einer YouTube-Runde Platz und diskutiert mit ihren Kollegen Roland Düringer (57), Opernsänger Günther Groissböck (44) und Musiker Emil Gross die Frage, wie es nach der neu verordneten Zwangspause mit Österreichs Kulturszene weitergehen soll.

Im YouTube-Talk der Plattform RESPEKT diskutieren Künstler wie Roland Düringer (2.v.li.) und Nina Proll (2.v.re.) über die momentane Kultursituation.
Im YouTube-Talk der Plattform RESPEKT diskutieren Künstler wie Roland Düringer (2.v.li.) und Nina Proll (2.v.re.) über die momentane Kultursituation.
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Proll vermisst kritische Stimmen

Gewohnt scharfe Worte findet Proll für ihre allgemeine Einschätzung der Situation. Ihrer Meinung gehört eine "absolute Lähmung der öffentlichen Meinung" zu den Pandemie-Begleiterscheinungen, die ihr besonders gegen den Strich gehen. Denn trotz Auftrittsverboten und Schließung der Kulturstätten gebe es so gut wie keinen Veranstalter, der gegen diese Maßnahmen protestiere. Als einer der letzten Möglichkeiten, die Kulturschaffenden geblieben sei, ist laut Proll der Weg vor den Verfassungsgerichtshof. Für die kritische Künstlerin "ein Wahnsinn" in einem demokratisch regierten Land wie Österreich.

Nina Proll beobachtet, dass sich zu wenige Veranstalter kritisch äußern.
Nina Proll beobachtet, dass sich zu wenige Veranstalter kritisch äußern.
YouTube/screenshot

Weihnachtsregeln: "Manche Dinge sind privat!"

Generell beobachte sie mit Schrecken, wie ein Großteil der heimischen Bevölkerung "die Überwachung bevorzuge, weil es Schutz ist", gleichzeitig die Maßnahmen aber für sich selbst nach Belieben auslegt. Selbst in ihrem eigenen Bekannten-, Freundes- und Familienkreis gebe es solche Personen, stellt Proll verärgert fest. Was für sie allerdings vollkommen "verrückt" ist, sind die Weihnachtsregeln, die die österreichische Bundesregierung für das Fest angeordnet hat. "Manche Dinge sind einfach privat", wettert die Künstlerin und ist der Meinung, nichts zu verordnen, was man nicht kontrollieren kann.

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"Freitesten ist gang und gäbe", App sinnlos

Einen vorzeitigen Austritt aus dem dritten Lockdown durch "Freitesten" überrascht sie aber nicht. "Das ist in der Branche gang und gäbe", erklärt sie, wie es hinter den Kulissen der heimischen Kulturszene aussieht. "Wenn ich arbeiten will, muss ich mich zwei Mal in der Woche testen." Wenig Sinn sieht sie hingegen bei einer Corona-App. Denn außer permanenten Warnungen vor Infizierten passiere nichts, erzählt sie von den Erfahrungen, von denen ihr auch eine Freundin aus London berichtet.

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