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NMS-Schüler zu Lehrerin: "Sie können mir einen bla*en"

Niki Glattauer gibt Noten. Heute: Die AHS wird zum Kühlschrank. Schüler (10): "Sie können mir einen bla…" Und: Partizan statt Austria und Rapid.

Niki Glattauer
Es gibt 10-Jährige, die ihre Lehrer "Nutten" und "Fotzen" nennen.
Es gibt 10-Jährige, die ihre Lehrer "Nutten" und "Fotzen" nennen.
HANS PUNZ / APA / picturedesk.com (Symbol)

"Heizen zu teuer!" AHS wird zum Kühlschrank

Was die Zusage des Bildungsministers wert ist, wonach in den Schulklassen heuer niemand frieren wird, zeigt das Beispiel einer AHS im Westen Wiens. Eine Lehrerin dort klagt mir: Obwohl es in Wien aufgrund des Hochnebels seit Wochen fast durchgehend kühl sei, habe die Direktion die Schulheizung zuerst gar nicht und jetzt mit stringenten Auflagen aktiviert. Bis auf Weiteres dürfe nämlich nur von 6.00 bis 9.00 und von 12.00 bis 14.00 Uhr geheizt werden.

"Begründung: Die Preise seien so gestiegen, dass sich die Schule mehr Heizen nicht leisten kann, da die Kosten aus dem schulautonomen Budget bestritten werden müssen." Und das, so die verärgerte Lehrerin, wo in den meisten Klassen regelmäßig Nachmittagsunterricht stattfinde (Wahlpflichtfächer, BE, Biologie, Physik, Chemie). "Jetzt sitzen wir, die Lehrer, aber auch die Schüler, mit Winteranoraks im Lehrerzimmer bzw. in den Klassen."

Herr Minister, soll dieses Beispiel Schule machen?

Note: Gar nicht gut

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer war 25 Jahre Lehrer und Schuldirektor in Wien. Er hat bisher 13 Bücher veröffentlicht, alle zum Thema Schule wurden Bestseller. Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.
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Schüler (10): "Sie können mir einen bla…"

13-Jährige, die der Polizei Straßenschlachten liefern (Linz). 12-Jährige, die vor einem WC Schmiere stehen, während drin eine 18-Jährige vergewaltigt wird, der sie dann auch noch das Handy rauben (Wien). Eine MS-Direktorin aus Niederösterreich schreibt mir: "Ausgeblendet wird, dass diese Kinder in unseren Klassen sitzen. Es gibt 10-Jährige, die ihre Lehrer Nutten und Fotzen nennen. Wenn man sie zurechtweist, hört man: 'Sie können mir einen blasen' oder: 'Hat's dir wieder keiner besorgt?' Wenn wir sie suspendieren, sind sie nach drei Wochen zurück, und es geht weiter wie vorher."

Die Direktorin hat sich jetzt mit einem Vorschlag für eine Gesetzesnovelle an die Gewerkschaft gewandt: Schulen sollen solchen Kindern das Recht auf einen Schulplatz entziehen dürfen. "Bekanntlich können in Österreich Eltern ihre Kinder zum Heimunterricht anmelden. Richtig wäre, dass sie es auf Geheiß der Schule MÜSSEN, wenn Mitschüler und Lehrer unter ihnen unverhältnismäßig leiden."

Note: Bravo, Frau Kollegin!

"Austria oder Rapid, Daniel?" – "Partizan!"

Der Wiener Bürgermeister hat recht. Der Zugang zur Staatsbürgerschaft gehört erleichtert. Als Ex-Direx sag ich: besser heute als morgen. Wenn in deiner Klasse 7 von 10 Schülern nie werden wählen gehen dürfen, bei Volksbegehren keine Stimme haben, behördlich nirgendwo als einheimisch behandelt werden, obwohl sie seit 5, 10, 15 Jahren in Österreich heimisch oder sogar hier geboren (!) sind, fällst du als Lehrer mit dem Wunsch, sie politisch zu bilden, in ein großes, schwarzes Loch. Ihnen ein Bekenntnis zur neuen "Heimat Österreich" zu vermitteln? Nicht einmal denken.

In einem (Film-)Projekt der AK sagt Zeynep (23): "Ich darf hier arbeiten und Steuern zahlen, aber ein Mitspracherecht bei politischen Entscheidungen habe ich nicht." In der Wiener Schulklasse hört sich das dann so an: "Austria oder Rapid, Daniel?" – "Partizan, Herr Lehrer."

Note: Unbefriedigend
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