"No Straight Roads": Bunt, laut und etwas hektisch

Im August 2020 soll der Musiktitel "No Straight Roads" auf PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch erscheinen. Einen Blick darauf gibts vorab.
  • Rene Findenig
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Rene Findenig

Die Aussicht auf ein neues Musikspiel lässt nicht oft alle Zocker jubeln. Haben Spiele von "Just Dance" über "Guitar Hero" bis zu "Beat Saber" ihre jeweiligen musikalischen Tanz-, Instrumente- und VR-Fan-Gemeinden, tun sich Einsteiger oft schwer, den Spaß an den Games zu entdecken. Der Grund ist einfach und trifft auch unseren Tester: Meist fehlt es an Rhythmus und Gefühl, im Takt Steuerungs-Befehle auszuführen, komplexe Melodien zu verfolgen oder schnelle Manöver durchzuführen. Wer es ohne Training meistern will, ist bei einem solchen Spiel schnell frustriert.

Auch "No Straight Roads" kommt als Musikspiel daher, macht es aber anders als Genre-Vertreter. Wer hier nämlich nach dem Takt reagiert, bekommt Bonus-Angriffe und Co., wer den Rhythmus verpasst, wird allerdings nicht bestraft. Das Koop-Game zeigt sich lieber als Actiontitel mit musikalischem Thema und gleicher Untermalung, ohne auch spielerisch vollkommen in diese Richtung zu gehen. Die Preview-Version mit einem Tutorial und zwei Levels zeigt auch unserem Tester, dass ein Musikspiel unrhythmischen Menschen sehr viel Spaß machen kann.

Kampf gegen einen Musik-Konzern

In "No Straight Roads" übernimmt der Spieler die Kontrolle über die etwas an Nintendos Inklinge erinnernden Mayday und Zuke. Das Duo hat die Indie-Rock-Band Bunk Bed Junction gegründet, die es gleich mit dem Mega-Konzern NSR zu tun bekommt, der in der Stadt Vinyl City jegliche Musik außer EDM verboten hat. Obwohl zeichentrickartige Helden, zeigen die dauerdiskutierende Mayday und der eher schweigsame Schlagzeuger Zuke gehörig viel Charisma und wachsen dem Spieler sofort ans Herz. Generell bleibt im Game kein Auge trocken, denn alle paar Minuten werden Witze ohne Ende rausgehaut.

Der Kampf der Rock-Revoluzzer gegen EDM-Gigant sorgt im Spiel dafür, dass beide Musikrichtungen aus den Boxen hämmern, was einen schönen Kontrast zum Spielgeschehen ergibt. Letzteres begeistert auch Nicht-Musiker: Zwar bewegen sich, während man als Spielfigur ans Ende eines Levels zu gelangen versucht, Gegner, Hindernisse und Items im Takt der jeweiligen Musik, wir als Spieler können sie aber ganz frei ohne Rhythmus-Zwänge angreifen. Das Gameplay selbst (wir testeten die PC-Preview-Version) ist dabei bisher recht simpel: Feinde werden mit der Angriffstaste attackiert oder mit der Wurf-Taste mit Items abgeschossen.

Belohnung, aber keine Bestrafung

Was "No Straight Roads" so schön macht: Wer einfach wild spielt, wird nicht bestraft. Wer allerdings nach dem Takt kontert und etwa Geschosse ablenkt, bekommt stärkere Angriffsschäden, die allerdings nicht spielentscheidend sind. Generell bleibt das Spiel in Sachen Skill- und Upgrade-Komplexität sehr simpel, zumindest in der Preview-Version. Die größte Stärke des Spiels ist vorab aber auch seine größte Schwäche. Der in der Vorschau spielbare Boss war, ohne zu spoilern, einer der genialsten Gegner der jüngsten Videospielgeschichte. Allerdings leidet das Spiel in solchen Situationen aufgrund der vielen Angriffe, Feinde, Geschehnisse und Bewegungen an der Übersichtlichkeit und geht in ein Gewusel über.

Bekommen die Entwickler das noch in den Griff, könnte "No Straight Roads" nicht nur musikalisch ein Hit werden. Verantwortlich für das Game zeichnet Wan Hazmer (Lead Game Designer von "Final Fantasy XV") gemeinsam mit Daim Dziauddin (Concept Artist von "Street Fighter V"). Spaß macht jedenfalls der Wechsel der Kamera: Das Game hüpft zwischen Plattformer- und Third-Person-Perspektive sowie anderen ebenso bunt umher, wie es sich grafisch zeigt. Allzu viel Hochglanz-Elemente darf man sich dabei nicht erwarten, was aber kaum stört. Dafür darf im Game auch zu zweit im Couch-Koop abgerockt werden.

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