Bakterien in Wasser

"Noch 3 Wochen Spital" – vergifteter Wiener benötigt OP

Nicht durchs Trinken, sondern über Aerosole beim Duschen dürfte sich ein Wohnungsmieter mit Legionellen infiziert haben. Er soll nun operiert werden.

Christian Tomsits
"Noch 3 Wochen Spital" – vergifteter Wiener benötigt OP
Der Wiener lag lange auf der Intensivstation, soll nun operiert werden.
privat

Der tragische Fall einer Legionellen-Vergiftung in Wien wurde am Dienstag bekannt. Seit genau einem Monat kämpft ein Gemeindebau-Mieter aus Wien-Floridsdorf im Spital um sein Leben. Beim 58-Jährigen wurde nach schwerer Atemnot im Krankenhaus eine meldungspflichtige Legionellen-Infektion festgestellt – wir berichteten.

Daraufhin untersuchte die AGES die Leitungen in seiner Gemeindebau-Wohnung in der Viehtriftgasse – und wies in Bad und Küche im Warmwasser tatsächlich Legionellen nach. Wiener Wohnen prüft den Fall und beruhigte, dass es um einen örtlich begrenzten Vorfall handeln soll. "Wiener Wohnen hat es versäumt, angemessen zu handeln und die Mieter über die Gefahr zu informieren", kritisiert SÖZ-Bezirksrätin Ayse Albayrak am Mittwoch via Aussendung.

So kam es zur Infektion

Im Gemeindebau ging die Angst um. Die gefährlichen Bakterien werden jedoch nicht übers Trinkwasser, sondern nur über vom Warmwasser aufsteigende Aerosole verbreitet und im schlimmsten Fall von der Lunge aufgenommen. Bei Menschen können sie die sogenannte Legionärskrankheit verursachen – eine schwere Lungenentzündung. Das soll beim 58-jährigen Familienvater tatsächlich geschehen sein.

SÖZ-Bezirksrätin Ayse Albayrak fordert Wiener Wohnen zum schnellen Handeln auf. Dort prüft man den Fall
SÖZ-Bezirksrätin Ayse Albayrak fordert Wiener Wohnen zum schnellen Handeln auf. Dort prüft man den Fall
zVg

Wie "Heute" nun in Erfahrung bringen konnte, muss der 58-Jährige nun auch noch eine Operation am Herzen über sich ergehen lassen. Diesen Donnerstag soll bei ihm ein Bypass gelegt werden. "Mein Vater sieht wirklich schlecht nach all den Strapazen, aber wir sind froh, dass er noch lebt", meinte seine schwangere Tochter.

Ärzte riefen Familie zur Verabschiedung

Während ihr Vater auf der Intensivstation lag, hatten Ärzte die Familie schon auf das Schlimmste vorbereitet – doch dann kämpfte sich der Wiener mit türkischen Wurzeln zurück ins Leben. Seine Tochter, die ihr erstes Kind im August erwartet, hat nur einen Wunsch: Dass das Ungeborene seinen Opa noch kennenlernen darf.

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    "Heute"-Montage Dalibor Brlek / dpa Picture Alliance / picturedesk.com, Leserreporter

    Auf den Punkt gebracht

    • Ein Wiener Mann wurde mit Legionellen infiziert, vermutlich durch Aerosole beim Duschen in seiner Wohnung, die mit den Bakterien kontaminiert war
    • Nach einem Monat im Krankenhaus, muss er sich nun einer Herzoperation unterziehen
    • Seine Familie hofft, dass er sich von den Strapazen erholt und ihr ungeborenes Kind seiner schwangeren Tochter seinen Opa noch kennenlernen darf
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