Die Ukraine leidet unter erheblichem Mangel an Waffen und Munition. Im Kampf gegen die Putin-Truppen fordert Präsident Wolodymyr Selenskyj seit Monaten mehr neue mangelnde Ausrüstung. Nun warnt der US-Geheimdienst CIA eindringlich vor einer Niederlage der Ukraine. Diese könnte schon sehr bald eintreten, betont CIA-Chef Bill Burns.
"Es besteht ein sehr reales Risiko, dass die Ukrainer bis Ende 2024 auf dem Schlachtfeld verlieren", sagte CIA-Chef Bill Burns in einer Rede in Washington am Donnerstag. Der Geheimdienstchef verdeutlichte die Munitionsknappheit der ukrainischen Armee an einem Beispiel: So hätten rund 2.000 Soldaten nur "15 Artilleriegeschosse pro Tag", beziehungsweise "insgesamt 42 Mörsergranaten" zur Verfügung.
Sollten die USA keine weitere Militärhilfe leisten, schließt CIA-Chef Burns eine Niederlage bis Jahresende nicht aus. Zumindest bestünde bei einem weiteren Ausbleiben der Ukraine-Hilfen die Gefahr, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in eine Position gebracht werde, "in der er die Bedingungen einer politischen Lösung diktieren kann", warnte Burns.
Die Aussage kommt nur drei Tage vor der wichtigen Abstimmung über weitere US-Hilfen für die Ukraine. Im Krieg mit Russland wartet die Regierung in Kyjiw weiter auf das 60 Milliarden Dollar starke Hilfspaket aus Washington, das im US-Repräsentantenhaus festhängt. Nach monatelanger Blockade durch die Republikaner soll über das Paket am Samstagabend abgestimmt werden.
Eigentlich hatte der Senat bereits im Februar für ein von US-Präsident Joe Biden beantragtes Hilfspaket für die Ukraine, Israel und Taiwan gestimmt. Bisher hatten sich die Republikaner im Repräsentantenhaus hatten sich bisher geweigert, über das Paket abzustimmen.
Seit Kriegsbeginn im Februar 2022 hat Bidens Regierung militärische Hilfe im Umfang von mehr als 44 Milliarden US-Dollar für Kiew bereitgestellt. Seit Ende vergangenen Jahres sollen die Mittel nach Angaben der US-Regierung aber aufgebraucht sein.