Noch nie waren wir auf einen Zug so neidisch

Bevor die neue Badner Bahn in den Betrieb geht, wird sie auf Herz und Nieren geprüft. Auch bei Temperaturen, die sich derzeit wohl mancher ersehnt.

Während ganz Wien seit rund einer Woche unter der ersten Hitzewelle des Sommer stöhnt, bleibt die erste Garnitur der neuen Badner Bahn ganz cool. Der Zug durchläuft derzeit im Klima-Wind-Kanal von Rail Tec Arsenal einen Härtetest, bei dem er unterschiedlichsten Wetterbedingungen ausgesetzt wird. 

Auf wem wohl so mancher Hitzegeplagter dabei neidisch werden könnte: angesichts der Temperaturen von bis zu minus 25 Grad, die die neue Garnitur aushalten muss, scheinen die aktuellen 32 Grad Celsius das kleinere Übel.

Wind-Klima-Kanal simuliert extreme Wetterverhältnisse 

Nach der Fertigstellung des ersten Zugs der neuen Badner-Bahn-Generation und der Überstellung aus dem Alstom-Werk (vormals Bombardier) in der Donaustadt in den Klima-Wind-Kanal in Floridsdorf startet nun die intensive mehrmonatige Testphase. Den Auftakt macht der Härtetest, bei dem das Fahrzeug extremen Wetterbedingungen, Hitze und Kälte ausgesetzt wird.

Im weltweit größten Klima-Wind-Kanal herrschen während der Tests trotz Sommers eisige Temperaturen. Dort wird der erste Zug klimatischen Extrembedingungen und Temperaturen zwischen minus 25 Grad und plus 45 Grad Celsius ausgesetzt. 

Dabei werden die Klima- und Heizungsanlagen im Inneren des Fahrzeugs genauestens überprüft und insgesamt die Funktionalität der Badner Bahn unter extremen Wetterbedingungen auf die Probe gestellt. Neben Hitzebestrahlung gibt es auch Regen-, Schnee- und Eissimulationen. Auch hohen Windgeschwindigkeiten müssen die Fahrzeuge Stand halten.

Zug stehen nun monatelange Tests bevor, ab Ende 2021 auf Schiene

Voraussichtlich Ende 2021 soll die neue Badner Bahn erstmals mit Fahrgästen unterwegs sein. Die neuen Züge ersetzen sukzessive die älteren Hochflurmodelle, 18 Triebfahrzeuge haben die Wiener Lokalbahnen fix bestellt. Bevor es soweit ist, wird die neue Badner Bahn in den nächsten Monaten auf Herz und Nieren geprüft. Dann folgt die Einschulung der Mitarbeiter.

"Für unsere Fahrgäste bringen die neuen Garnituren mehr Sitzplätze, mehr Platz für Kinderwägen und Rollstühle, Barrierefreiheit und eine moderne Klimatisierung", so Monika Unterholzner, Geschäftsführerin der Wiener Lokalbahnen, dem Betreiber der Badner Bahn.

"Die neue Badner Bahn stärkt den bundesländerübergreifenden öffentlichen Verkehr und macht ihn noch komfortabler und attraktiver. Ein Grund mehr, um vom Auto auf die umweltfreundlichen Öffis zu wechseln und ein Meilenstein für die Klimamusterstadt Wien. Zusätzlich sichert die Produktion hier in Wien Arbeitsplätze und stärkt den Wirtschaftsstandort. Die intensiven Tests im Klima-Wind-Kanal sind der nächste Meilenstein für die neue Fahrzeuggeneration der Badner Bahn", erklärt Wiens Wirtschafts- und Öffi-Stadtrat Peter Hanke (SPÖ).

Bei neuer Badner Bahn fährt nun auch Gratis-WLAN mit

Bei einer Gesamtkapazität von 160 Fahrgästen gibt es mehr Sitzplätze als in den aktuellen Zügen der Badner Bahn. Die Sitze sind im modernen Holzdesign ausgeführt, das nachhaltige Material ist leicht zu pflegen und besonders gut von Verschmutzungen zu reinigen. Neben herkömmlichen Sitzen gibt es Klappsitze, die bei Bedarf flexibel zum Sitzen genutzt werden können. In den zwei großzügigen Mehrzweckbereichen finden jeweils bis zu zwei Rollstühle sowie Kinderwägen Platz. Damit bietet die neue Baureihe TW500 die doppelte Kapazität der aktuellen Fahrzeug-Baureihe. Die zwei nebeneinander angeordneten Rollstuhlplätze sind jeweils mit einer Sprechstelle zum Fahrpersonal, einem Haltewunschtaster, USB-Ladesteckdosen und einem Gurt ausgestattet. Das Fahrzeuginnere wurde in Abstimmung mit Behindertenverbänden erarbeitet.

Im Fahrzeug sind Steckdosen zum Laden von Smartphones, Laptops oder Tablets eingebaut, auch für WLAN an Bord ist gesorgt. Alle Fahrzeuge sind mit energiesparender LED-Beleuchtung und einem modernen Fahrgastinformationssystem ausgestattet.

Für das Fahrpersonal gibt es ergonomisch gestaltete Fahrerkabinen mit modernen Touchscreens. Statt wie bisher im Rückspiegel, sieht das Fahrpersonal das Geschehen im Haltestellenbereich dank Rückblickkameras an der Außenseite des Zuges auf Monitoren.

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